Fotograf und Konservator des Kulturerbes
Fotograf, Präparator und Konservator des Museo Canario. Sein Bestand von etwa 25.000 Negativen dokumentiert Sammlungen, archäologische Arbeiten und Inselansichten.
Fotograf und Konservator des Kulturerbes · 1908–1981
Fotograf und Konservator des Kulturerbes
Fotograf, Präparator und Konservator des Museo Canario. Sein Bestand von etwa 25.000 Negativen dokumentiert Sammlungen, archäologische Arbeiten und Inselansichten.
José Naranjo Suárez wurde 1908 geboren. Er starb am 9. Juli 1981 in Las Palmas de Gran Canaria. Als Fotograf, Präparator und Konservator des Museo Canario widmete er seine Arbeit der Dokumentation und Erhaltung des insularen Kulturerbes. Zu seinem Nachlass gehören sowohl Arbeiten an den Sammlungen als auch ein fotografischer Bestand mit ungefähr 25.000 Negativen. Diese Aufnahmen dokumentieren die Tätigkeit des Museums und unterschiedliche Aspekte der Kanarischen Inseln während eines großen Teils des zwanzigsten Jahrhunderts.
Seine Verbindung zum Museum begann in jungen Jahren an der Seite seines Vaters Manuel Naranjo Sánchez. Dieser führte ihn in die Arbeit der Einrichtung ein und weckte sein Interesse an der vorspanischen Vergangenheit der Inseln. Die archivische Beschreibung datiert seinen Eintritt als Hilfskraft in die erste Hälfte der 1930er Jahre. Später arbeitete er als Präparator; für die Jahre zwischen 1973 und 1981 wird er als Konservator genannt. Seine Laufbahn war damit eng mit der praktischen Betreuung der Objekte und der Einrichtung jener Räume verbunden, in denen die Sammlungen untersucht und ausgestellt wurden.
Die Fotografie bildete nur einen Teil seiner Aufgaben. Der von José Miguel Alzola verfasste Nachruf nennt Tierpräparation, die Einrichtung von Sälen und Ausstellungen sowie die Restaurierung und Zusammensetzung indigener Keramik. Naranjo beteiligte sich außerdem an Feldarbeiten und an der Erhaltung archäologischer Fundstätten, darunter El Agujero in Gáldar und das Cenobio de Valerón in Guía. Er stand mit Forschern in Kontakt, die im Museum arbeiteten, etwa René Verneau, Dominik Wölfel und Frederick Zeuner. Seine Tätigkeiten gehörten somit zu den praktischen Grundlagen archäologischer und naturkundlicher Untersuchungen.
Das Archiv bewahrt seine Fotografien im Fondo Fotográfico José Naranjo Suárez unter der Kennung ES 35001 AMC-FFJN. Die Beschreibung von 2009 nennt als zeitlichen Umfang die Jahre zwischen 1934 und 1981 und schätzt den Bestand auf etwa 25.000 Kleinbildnegative. Die Aufnahmen zeigen archäologische und vorgeschichtliche Objekte, naturkundliche Sammlungen, öffentliche Veranstaltungen, Ausstellungen, Porträts, Materialtransporte, Ausgrabungen und Arbeiten an Fundstätten. Dadurch dokumentieren sie neben einzelnen Gegenständen auch Menschen und Abläufe innerhalb der Institution und eröffnen verschiedene Perspektiven auf deren Tätigkeit.
Der Schwerpunkt liegt auf Gran Canaria, doch sind sämtliche Inseln vertreten. Landschaften, weltliche und religiöse Architektur sowie Reproduktionen gedruckter und handschriftlicher historischer Dokumente ergänzen die musealen Themen. Lanzarote und Fuerteventura sind besonders gut vertreten. Der archäologische Jahresbericht von 1979 hält außerdem fest, dass Naranjos Hinweise zur erneuten Lokalisierung eines indigenen Gebäudes namens Casa de los Betilos beitrugen. Er hatte diese Anlage bereits Jahrzehnte zuvor entdeckt.
1979 fielen das hundertjährige Bestehen des Museums und seine Pensionierung zusammen. Bei einer öffentlichen Ehrung wurde er zum Ehrenmitglied ernannt und erhielt die Pintadera de Oro. Sein Porträt wurde neben denen der Museumsgründer aufgehängt. Auch nach dem Ruhestand blieb er dem Museum verbunden; zudem gehörte er dem Instituto de Estudios Canarios an. Sein erhaltenes Fotoarchiv bewahrt den dokumentarischen Beitrag eines Lebens, das der Aufnahme, Vorbereitung und Erhaltung des insularen Erbes gewidmet war.