
Arzt und Schriftsteller
Arzt und Memoirenschriftsteller aus Las Palmas de Gran Canaria, Mitgründer und erster Präsident von El Museo Canario.
Arzt und Schriftsteller · 1803–1896

Arzt und Schriftsteller
Arzt und Memoirenschriftsteller aus Las Palmas de Gran Canaria, Mitgründer und erster Präsident von El Museo Canario.
Domingo José Navarro y Pastrana wurde am 20. September 1803 in Las Palmas de Gran Canaria geboren. Er starb dort am 25. Dezember 1896. Er war Arzt und Memoirenschriftsteller und verband die medizinische Versorgung mit der Mitarbeit an Bildungsprojekten und kulturellen Einrichtungen. Seine Verbindung zu El Museo Canario begann bereits bei dessen Gründung. Er gehörte zu den Initiatoren der Gesellschaft und wurde ihr erster Präsident. Dieses Amt behielt er bis zu seinem Tod im Jahr 1896.
Navarro studierte Medizin an der Universität Barcelona und übte seinen Beruf in Las Palmas aus. Während der Choleraepidemie von 1851 versorgte er die Bevölkerung von Gran Canaria. Der einleitende Kommentar zu der von El Museo Canario veröffentlichten Ausgabe seiner Erinnerungen schildert seinen Einsatz als Arzt in dieser gesundheitlichen Krise. Die Behandlung von Kranken bildet einen eigenen Bereich seiner Lebensgeschichte. Seine Biographie umfasst daher neben kulturellen Ämtern und schriftstellerischer Arbeit auch die praktische medizinische Tätigkeit für die Menschen seiner Stadt.
Er beteiligte sich an der Gründung des Gabinete Literario von Las Palmas und des Colegio de San Agustín, das von dieser Vereinigung gefördert wurde. Diese Projekte zeigen seine Mitarbeit am Bildungsleben der Stadt, die er neben seiner ärztlichen Praxis ausübte. Im Jahr 1850 wurde er zum Ehrenmitglied der Real Academia Canaria de Bellas Artes de San Miguel Arcángel gewählt. Die Akademie bewahrt eine biographische Darstellung auf, die seine Ausbildung, seine institutionellen Aufgaben und sein Werk als Verfasser von Erinnerungen zusammenführt und die unterschiedlichen Bereiche seiner Tätigkeit beschreibt.
Im Jahr 1879 wirkte Navarro an der Gründung von El Museo Canario mit. Während der folgenden siebzehn Jahre war er Präsident der Gesellschaft. Seine Amtszeit gehört somit zur ersten Entwicklungsphase der Einrichtung und endete 1896. Das Gabinete, das Kolleg und das Museum stehen für drei unterschiedliche Bereiche seines öffentlichen Wirkens: die kulturelle Vereinigung, die Bildung und die Beschäftigung mit dem kanarischen Kulturerbe. Es handelt sich um konkrete Projekte mit jeweils eigenen Aufgaben, an deren Entstehung er beteiligt war. Sie lassen sich in seiner Biographie einzeln verfolgen.
1895 veröffentlichte er Recuerdos de un noventón. Memorias de lo que fue la ciudad de Las Palmas al principio del siglo y de los usos y costumbres de sus habitantes. Das Buch erinnert an die Stadt zu Beginn des 19. Jahrhunderts und an die Gewohnheiten ihrer Bewohner. Sein Autor hatte deren Veränderungen selbst erlebt und wählte die persönliche Erinnerung als Form seiner Darstellung. Bei der Lektüre als Memoiren bleibt die Perspektive des Erzählers von einer unpersönlichen Aufzeichnung historischer Ereignisse unterscheidbar. Navarros Vermächtnis umfasst die ärztliche Berufsausübung, die Mitgründung von Einrichtungen und ein schriftliches Zeugnis über die Gesellschaft von Las Palmas.