
Schriftsteller, Dramatiker und Notar
Notar und Schriftsteller aus Gran Canaria, der mit seinem Bruder Luis Erzählungen, Theaterstücke und eine Sammlung kanarischer Ausdrücke verfasste.
Schriftsteller, Dramatiker und Notar · 1863–1935

Schriftsteller, Dramatiker und Notar
Notar und Schriftsteller aus Gran Canaria, der mit seinem Bruder Luis Erzählungen, Theaterstücke und eine Sammlung kanarischer Ausdrücke verfasste.
Agustín Millares Cubas wurde am 30. März 1863 in Las Palmas de Gran Canaria geboren. Er starb dort am 8. Oktober 1935. Er war Schriftsteller, Dramatiker und Notar. Einen großen Teil seiner literarischen Arbeit verfasste er gemeinsam mit seinem Bruder Luis. Sein Vater war der Historiker und Musiker Agustín Millares Torres. Seine Biographie gehört damit zur Geschichte einer Familie, die eng mit der Literatur verbunden war. Zugleich umfasst sie einen eigenen beruflichen Werdegang im Bildungswesen und im Bereich des Rechts.
Er besuchte das Colegio de San Agustín in Las Palmas und setzte seine Ausbildung in Barcelona fort. Dort studierte er Rechtswissenschaften sowie Philosophie und Geisteswissenschaften. Nach seiner Rückkehr nach Gran Canaria im Jahr 1884 unterrichtete er Rhetorik und Philosophie an seiner früheren Schule. Zu seinen juristischen Aufgaben gehörten die Tätigkeit als kommunaler Staatsanwalt, als kommissarischer Grundbuchbeamter in Guía und als kommissarischer Gerichtsreferent an der Audiencia von Las Palmas. Er war außerdem Rechtsberater der Marine und Provinzialabgeordneter für Lanzarote. Diese Aufgaben gingen seiner Arbeit als Notar voraus oder begleiteten sie. Sie unterscheiden seinen Beruf von der Medizin, die sein Bruder Luis ausübte.
1895 übernahm er die Notarstelle, die sein Vater aufgegeben hatte, und behielt sie bis zu seinem Tod. Das Notariat und die literarische Arbeit waren deshalb gleichzeitig bestehende Bereiche seines Erwachsenenlebens. Zu seinen Kindern gehörten der Paläograph Agustín Millares Carlo und der Schriftsteller Juan Millares Carlo. Diese Verwandtschaftsverhältnisse helfen dabei, ihn von anderen Autoren mit demselben Vornamen zu unterscheiden, insbesondere von seinem Vater und seinem Sohn, dessen Arbeit sich auf die Paläographie konzentrierte.
Gemeinsam mit Luis veröffentlichte er 1894 De la tierra canaria, den Beginn ihrer gemeinsamen literarischen Laufbahn. Die Zusammenarbeit umfasste Erzählungen, Romane und Theaterstücke, die Gesellschaft und Landschaften der Inseln darstellten. 1908 gründeten die Brüder das Teatrillo de los Hermanos Millares, einen Treffpunkt für Schriftsteller und Künstler. Zu den mit ihrem Schaffen verbundenen Werken gehören La herencia de Araus und Compañerito. Das Theater war neben dem Schreiben und den literarischen Zusammenkünften ein Bereich ihrer Beteiligung am kulturellen Leben von Las Palmas.
Die Brüder veröffentlichten 1924 das Léxico de Gran Canaria. Nach Luis’ Tod erweiterte und überarbeitete Agustín diese Sammlung. Die Neufassung erschien 1932 unter dem Titel Cómo hablan los canarios. Sein Interesse an der Alltagssprache verband die Beobachtung örtlicher Ausdrucksweisen mit der literarischen Darstellung der kanarischen Gesellschaft. Die Sammlung enthält Wörter und Wendungen mit Definitionen und Beispielen und gehört zur frühen Geschichte der lexikographischen Beschäftigung mit dieser spanischen Sprachvarietät. Seine Arbeit umfasst somit Rechtspraxis, erzählerisches und dramatisches Schreiben und die Aufzeichnung eines sprachlichen Erbes aus dem täglichen Leben.