Die Legende von San Borondón erzählt von einer Insel, die am Atlantikhorizont westlich von La Palma und La Gomera erscheint und wieder verschwindet. Seit dem Mittelalter auf europäischen Karten vermerkt, wurde sie im Laufe der Jahrhunderte viele Male gesichtet. Ihr Name geht auf den irischen Mönch Brendan zurück, der der Tradition nach die Meere auf der Suche nach dem Paradies durchquerte. Niemand konnte sie je erreichen.[1]

Die Tradition des heiligen Brendan

Der Ursprung der Legende liegt im irischen Mönch Brendan (486-577), Protagonist der Navigatio Sancti Brendani. Auf seiner Reise durchquerte er wunderbare Inseln und erreichte schließlich das Gelobte Land. Die Erzählung gehört zum keltischen Genre des Imram, der Fahrt zu Inseln, in dem reale und fiktive Elemente verschmelzen.[1]

Kartografie und Kultur

San Borondón erscheint auf europäischen Karten zwischen dem 13. und 19. Jahrhundert, identifiziert als Verlorene, Schwimmende, Geister-, Walfisch- oder Paradiesinsel. Im Hereford-Planisphär (1290) ist zu lesen, dass die sechs Glücklichen Inseln die Inseln des heiligen Brendan sind. Die Legende inspirierte Schriftsteller, Maler und Musiker verschiedener Epochen.[1]

San Borondón: Die Geisterinsel der Kanaren in der Atlantischen Überlieferung
cultura

San Borondón: Die Geisterinsel der Kanaren in der Atlantischen Überlieferung

San Borondón, die Insel, die erscheint und verschwindet, nimmt einen besonderen Platz in der kanarischen und atlantischen Vorstellungswelt ein. Der Artikel beleuchtet Ursprung, Entwicklung und literarisch-kartographische Bezüge zu den Kanaren.

Weiterlesen
Die Inseln der Seligen: Mythos und Wirklichkeit in der Geschichte der Kanaren
cultura

Die Inseln der Seligen: Mythos und Wirklichkeit in der Geschichte der Kanaren

Der Mythos der Inseln der Seligen prägte das Bild und die Identität der Kanarischen Inseln von der Antike bis heute.

Weiterlesen

Verwendete Quellen