Modalitäten und Stile des Juego del Palo Canario aus traditioneller Sicht - Kultur
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Das Juego del Palo Canario ist eine traditionelle Praxis, bei der zwei oder mehr Spieler in einem simulierten Kampf mit Stöcken unterschiedlicher Größe und codifizierten Techniken gegeneinander antreten [1]. Laut Centro Universitario del Palo Canario (C.U.P.C.) hat diese Praxis ihren Ursprung in den defensiven und offensiven Handlungen der indigenen Bevölkerungen der Kanarischen Inseln, die auch eine spielerische Komponente entwickelten, wie historische Chroniken berichten [1].

Die Weitergabe des Wissens erfolgte ungleichmäßig und hing oft vom Bestehen traditioneller Schulen ab, die sich um eine als Meister anerkannte Persönlichkeit bildeten [1]. Die Praxis blieb vor allem unter Bauern und Hirten lebendig, die sie trotz der Ablehnung durch verschiedene Institutionen in der kanarischen Geschichte bewahrten und bereicherten [1].

Ein zentrales Merkmal des Juego del Palo Canario ist die Unterscheidung der Modalitäten nach der Größe des verwendeten Stocks. Das C.U.P.C. unterscheidet drei Hauptmodalitäten: großer Stock (größer als eine Person), mittlerer Stock (nicht höher als das Kinn und nicht niedriger als die Taille) und kleiner Stock (unterhalb der Taille, meist so lang wie der Arm) [1]. Jede Modalität umfasst eigene Stile, die durch die Art des Haltens, die Verteidigung und den Abstand zwischen den Spielern definiert werden [1].

In der Modalität großer Stock werden traditionell die Stile Garrote und Lata anerkannt, mit etablierten Schulen auf Gran Canaria, Fuerteventura, Teneriffa und La Palma. Die mittlere Stock-Modalität, bekannt als vara, weist die größte Vielfalt auf, mit sieben anerkannten Stilen und Schulen auf allen Inseln außer La Gomera [1]. Die kleine Stock-Modalität, genannt macana, Kamelhirtenstock oder Viehhirtenstock, hat bis in jüngste Zeit keine organisierten Schulen unterhalten, obwohl es Belege für ihre Ausübung auf Teneriffa, La Palma und besonders auf La Gomera gibt [1].

Die Asociación de Juego del Palo Canario (A.J.U.P.A.L.), gegründet 1985, definierte zwei Grundkriterien für die Wahrung der Tradition: Abstammung (das Erlernen bei einem traditionellen Meister) und Tradition (die Ausübung innerhalb traditioneller Vorgaben) [1]. Nach dieser Vereinigung sind die offiziell anerkannten Stile für den großen Stock: Juego del Garrote und Juego de la Lata; und für den mittleren Stock: Déniz, Morales, Verga, Acosta, Quintero, Conejero und Vidal [1].

Die Wiederbelebung und Verbreitung des Juego del Palo in den letzten Jahrzehnten konzentrierte sich auf die Dokumentation der Stilvielfalt und die Bedeutung sowohl traditioneller Schulen als auch einzelner Praktizierender. Das C.U.P.C. betont die Notwendigkeit von Genauigkeit in der Lehre und Verbreitung, die Achtung jedes Stils und die Vermeidung von Vereinheitlichung oder Erfindung nicht traditionell begründeter Techniken [1].

Quellen