Pepa Aurora
ContemporáneaLiteratur20. JahrhundertStimme der kanarischen mündlichen Überlieferung

Schriftstellerin, mündliche Erzählerin und Lehrerin

Pepa Aurora ist eine 1946 in Agüimes, Gran Canaria, geborene Schriftstellerin, mündliche Erzählerin und Lehrerin. Als Autorin von mehr als fünfzig Kinder- und Jugendbüchern ist sie eine zentrale Figur bei der Sammlung der kanarischen mündlichen Überlieferung.

Frühe Jahre

Pepa Aurora wurde am 23. Juli 1946 in Agüimes, Gran Canaria, geboren und wuchs in der Gemeinde Ingenio auf. Sie absolvierte eine Lehrerausbildung und arbeitete mehr als dreißig Jahre im Klassenzimmer, wobei sie den Unterricht mit mündlichem Erzählen und dem Schreiben von Kinder- und Jugendliteratur verband.

Historische Rolle

Ihre Laufbahn verbindet zwei untrennbare Berufungen: die Schule und das gesprochene Wort. Seit 1989 ist sie Teil des hispanoamerikanischen Netzwerks mündlicher Erzähler, das ihre Geschichten in Klassenzimmer auf den Kanarischen Inseln, auf dem spanischen Festland und in Ländern wie Mexiko, Kolumbien, Chile und Venezuela brachte und damit eine ungewöhnliche Brücke zwischen dem lokalen Klassenzimmer und einer internationalen Erzählgemeinschaft schlug. Die Biblioteca de Canarias nennt sie, gemeinsam mit Isabel Medina, als eine der Wegbereiterinnen einer kanarisch geprägten Kinderliteratur, die regionale Legenden und Traditionen bewahren sollte, die zuvor kaum Platz in Schulbüchern fanden. Ihr Schreiben sammelt dieses Erbe nicht nur, sondern beansprucht es aktiv gegenüber der importierten Bildwelt klassischer Märchen, wie sie selbst formuliert hat: „Ich habe viel mehr aus Hexengeschichten gelernt als aus Prinzessinnengeschichten.“ Dieser Satz bringt auf den Punkt, wie sie Kinderliteratur versteht: nicht als Eskapismus, sondern als Weg, damit kanarische Kinder sich in ihren eigenen Ängsten, Landschaften und Stimmen wiedererkennen.

Vermächtnis

Ihre Bedeutung bemisst sich sowohl an Auszeichnungen als auch an gesellschaftlicher Wirkung, zwei Ebenen, die sich in ihrem Fall gegenseitig verstärken. Die Preise, die sie im Laufe ihrer Karriere erhielt, würdigen ein über Jahrzehnte fortgeführtes literarisches Werk, doch es ist die Resonanz vor Ort, die ihre Reichweite am deutlichsten zeigt: Zwölf Kinderbibliotheken auf Gran Canaria und Teneriffa tragen ihren Namen, und mehr als hundert Schulgemeinschaften haben ihrem Werk Tribut gezollt – ein Ausmaß an öffentlicher Anerkennung, das für eine Kinderbuchautorin selten ist. Pepa Aurora zeigt, dass dieses Genre zugleich kulturelles Erbe und pädagogisches Werkzeug sein kann: Ihre Arbeit hat die kanarische mündliche Überlieferung in einer Zeit lebendig gehalten, in der sie zu verblassen drohte, und mehrere Generationen von Kindern, Lehrkräften und Familien darin geprägt, eigene Geschichten zu erzählen und ihnen zuzuhören.

Zeitleiste

  1. 1946Pepa Aurora wird geboren in Agüimes, Gran Canaria.
  2. 1985Sie erhält den Alhóndiga-Preis und veröffentlicht "Cuentos de Brujas, Miedos y Misterios" und "Papá Teide".
  3. 1989Sie schließt sich dem hispanoamerikanischen Netzwerk mündlicher Erzähler an und bringt ihre Geschichten in Schulen auf den Kanarischen Inseln, in Spanien und Lateinamerika.
  4. 1992Sie erhält den Chamán-Preis als beste Erzählerin für spanischsprachige Kinder, verliehen von der Cátedra de Narración Oral.
  5. 2008Sie erhält den Internationalen Preis für Sprichwörter und Kurzgeschichten.
  6. 2012Sie veröffentlicht "Juana Catalina, la última bruja" und "Kaweca", zwei ihrer bekanntesten Kinderbücher.
  7. 2017Sie wird zur Adoptivtochter von Ingenio ernannt und veröffentlicht "Versos con Chocolate" und "Cuentos de la tradición oral en Canarias para leer y contar".
  8. 2018Sie veröffentlicht "Igual y diferente", ein Werk über Geschlechtergleichheit für junge Leser.
  9. 2019Sie wird Ehrenmitglied der Academia Canaria de la Lengua.
  10. 2020Sie veröffentlicht "Aventuras y desventuras del Fray Antón".

Quellen und Abgleich

  • Pepa Aurora · Ecoescuela de Escritoras Canarias, Gobierno de Canarias
  • Pepa Aurora · Biblioteca de Canarias, Gobierno de Canarias
  • Pepa Aurora · CanariWiki, Gobierno de Canarias