ZeitgenössischKultur19. JahrhundertKulturelle Vereinigungen und Kulturerbe

Jurist und Leiter kultureller Einrichtungen

Direktor der Wirtschaftsgesellschaft und Präsident von El Museo Canario. Er unterstützte die Sammlung durch eine archäologische Schenkung und beantragte die Erweiterung und Neuordnung der Museumsräume.

Frühe Jahre

Fernando del Castillo y Manrique de Lara wurde 1866 in Las Palmas geboren. Der ausgebildete Jurist und Ehemann der Gräfin von Vega Grande de Guadalupe beteiligte sich am kulturellen und gesellschaftlichen Leben Gran Canarias. Er war königlicher Beauftragter für wirtschaftliche Entwicklung in Las Palmas, Direktor der Real Sociedad Económica de Amigos del País und Präsident von El Museo Canario. Seine dokumentierte Laufbahn verbindet die Leitung dieser Einrichtungen mit konkreten Beiträgen zur Bewahrung und Organisation des Kulturerbes. Ihre Bedeutung erschöpft sich daher nicht in seiner Zugehörigkeit zum Adel.

Historische Rolle

Er leitete die Wirtschaftsgesellschaft zwischen 1908 und 1911. Salvador Miranda Calderíns historische Untersuchung, die sich auf Sitzungsprotokolle und Korrespondenz stützt, unterscheidet zwischen dem formalen Amt und der laufenden Geschäftsführung. In diesen Jahren übernahm der stellvertretende Direktor Dionisio Ponce de León einen erheblichen Teil der Arbeit. Fernando reichte bereits im Januar 1908, kurz nach seiner Ernennung, ein Rücktrittsgesuch ein, weil er befürchtete, seinen Verpflichtungen nicht ausreichend nachkommen zu können. Der Vorstand lehnte den Rücktritt ab. Im Jahr 1910 führte der Stellvertreter bei den meisten Sitzungen den Vorsitz, während der Direktor abwesend war. Dennoch wurde Fernando für das folgende Jahr wiedergewählt.

Die Untersuchung belegt einen weiteren Antrag auf Rücktritt im September 1911, der schließlich im Oktober angenommen wurde. Francisco Cabrera Rodríguez hatte bis 1910 als Sekretär gearbeitet; 1911 folgte ihm José Miranda Guerra. Zum Jahresende wurde Francisco de Quintana y León, Marqués de Acialcázar, zum neuen Direktor gewählt. Der Wechsel und die Verteilung der Aufgaben zeigen, dass die Tätigkeit der Gesellschaft von mehreren Verantwortlichen getragen wurde. Ihre gemeinschaftlichen Leistungen sind deshalb nicht allein dem jeweiligen Direktor zuzuschreiben.

Seine Verbindung zu El Museo Canario ist durch die institutionelle Geschichte und den Sammlungskatalog belegt. Er war seit 1901 Mitglied. Der Eintrag zu einem kleinen vorspanischen Keramikgefäß mit Griff aus Arguineguín, Inventarnummer 3.259, nennt Fernando del Castillo y Manrique de Lara und José Jorge Artiles als Schenker. Der Eingang wird auf einen Zeitraum nach 1903 und vor 1929 eingegrenzt; ein bestimmtes Jahr ist nicht angegeben. Damit ist neben seinen Leitungsaufgaben auch eine konkrete materielle Unterstützung des Museums nachgewiesen.

Vermächtnis

Die berufliche Chronologie des Architekten Fernando Navarro y Navarro beschreibt eine weitere Initiative. Als Präsident des Museums beantragte Castillo 1915 eine Erweiterung der Räume und die Trennung der Bibliothek von den Ausstellungsbereichen. Die Nachricht gehört zum Projekt für die Instandsetzung des Hauses, das der Arzt Chil y Naranjo hinterlassen hatte. Belegt ist ein Antrag zur räumlichen Organisation des Museums. Daraus folgt weder eine Urheberschaft Castillos am architektonischen Entwurf noch die Ausführung sämtlicher vorgeschlagener Arbeiten zu diesem Zeitpunkt. Er starb 1932 in Las Palmas. Seine Biografie beruht auf diesen nachgewiesenen Verantwortlichkeiten und Beiträgen zu den Einrichtungen Gran Canarias.

Quellen und Abgleich