ZeitgenössischPolitik20. JahrhundertRecht, Politik und Kultur auf Gran Canaria

Rechtsanwalt, Abgeordneter, Dichter und Essayist

Rechtsanwalt und Abgeordneter für Las Palmas, Dichter und Essayist. Er beteiligte sich an juristischen Debatten zur Universitätsreorganisation und am kulturellen Vereinsleben Gran Canarias.

Frühe Jahre

Felipe Baeza Betancort wurde 1933 in Las Palmas de Gran Canaria geboren. Er starb am 16. Oktober 2021 in derselben Stadt. Als Rechtsanwalt, Abgeordneter, Dichter und Essayist verband er seine öffentliche Tätigkeit mit Fragen der politischen Organisation der Kanarischen Inseln und dem Kulturleben Gran Canarias. Seine Laufbahn umfasste die juristische Praxis, parlamentarische Aufgaben und literarische Arbeiten, deren Anfänge im dichterischen Umfeld der 1950er Jahre lagen.

Historische Rolle

Jorge Rodríguez Padrón ordnet ihn der Schriftstellergeneration der Jahrhundertmitte zu und nennt seine Beziehungen zu Manuel González Sosa, Arturo Maccanti und Antonio García Ysábal. Gedichte von Baeza erschienen in Gánigo und den Lyrikblättern San Borondón. Außerdem arbeitete er an der Universitätszeitschrift Nosotros in La Laguna mit, in der er auch Illustrationen veröffentlichte. 1963 führte er mit Pedro Lezcano eine kritische Debatte über Aktualität und Krise der sozial engagierten Dichtung. Schauplatz dieser Auseinandersetzung war Cartel de las Artes y las Letras, die Kulturbeilage des Diario de Las Palmas.

Literaturkritik und Übersetzung erweiterten sein schriftstellerisches Arbeitsfeld. 1967 veröffentlichte er La amada más distante, einen Essay über die Dichtung von Pedro Salinas. Es folgten die übersetzten Sammlungen Diez poetas checoslovacos im Jahr 1969 und 50 poemas ingleses im Jahr 1970. Das biografische Profil des Schiedsgerichts der Real Sociedad Económica de Amigos del País de Gran Canaria bezeichnet ihn außerdem als amtlichen Übersetzer für Englisch, Französisch und Deutsch. Seine Beschäftigung mit Sprachen begleitete eine juristische Laufbahn in mehreren Anwaltskammern.

Dasselbe Profil nennt seine Aufnahme in die Kammer von Las Palmas 1961, in die von Madrid 1972 und in die von Santa Cruz de Tenerife 1982. Er leitete das Schiedsgericht der Wirtschaftsgesellschaft und gehörte Vorständen der Anwaltskammer von Las Palmas, des Museo Canario und der Wirtschaftsgesellschaft selbst an. Politisch übernahm er eine Führungsaufgabe bei Alianza Popular. Zwischen 1989 und 1993 vertrat er Las Palmas als Abgeordneter des Partido Popular im spanischen Kongress. In der vierten Legislaturperiode war er Mitglied des Verfassungs- und des Auswärtigen Ausschusses.

Ein bedeutender juristischer Beitrag betraf die Neuordnung der kanarischen Universitäten. Nach dem bei der Wirtschaftsgesellschaft veröffentlichten Bericht von Antonio Núñez entwickelte Baeza über die Fundación Universitaria de Las Palmas Argumente zu regionalen Kompetenzen und den grundlegenden Universitätsstrukturen. Der Streit gelangte vor das Verfassungsgericht. Dessen Urteil 106/1990 vom 6. Juni stellte fest, dass die beanstandeten Vorschriften des Gesetzes 5/1989 die Universitätsautonomie nicht verletzten. Baeza wirkte dabei innerhalb eines gemeinsamen Vorgehens verschiedener Institutionen und weiterer Juristen mit.

Vermächtnis

Zu seinen Essays zählen Ensayo de organización de la región Canaria, Aproximación jurídica al contencioso de Gibraltar und Canarias y el principio archipielágico. 2011 beschloss das Museo Canario einstimmig seine Ernennung zum Ehrenmitglied. Gewürdigt wurden seine juristischen und literarischen Verdienste sowie seine Dienste für die Einrichtung. Seine Biografie verbindet damit politische und universitäre Debatten mit Literatur und den kulturellen Vereinigungen Gran Canarias.

Quellen und Abgleich