ZeitgenössischPolitik19. JahrhundertRepublikanismus und kulturelles Leben

Republikanischer Politiker, Musiker und Journalist

Senator für die Kanarischen Inseln, Abgeordneter der Ersten Republik und Gründer von El Museo Canario. Musik in Guía und Las Palmas sowie die Leitung von Zeitungen begleiteten seine öffentliche Laufbahn.

Frühe Jahre

Eufemiano Jurado Domínguez war republikanischer Politiker, Musiker und Journalist, der in Gran Canaria heimisch wurde. Seine Laufbahn verband parlamentarische Tätigkeit mit der Organisation von Konzerten, der Leitung von Zeitungen und der Förderung kultureller Vereinigungen. Er beteiligte sich an der Gründung von El Museo Canario und am öffentlichen Leben während des Sexenio Democrático. Seine Biografie verdeutlicht die Verbindung musikalischer und kultureller Initiativen mit den politischen Debatten der grankanarischen Gesellschaft im neunzehnten Jahrhundert.

Historische Rolle

Er wurde in Antequera in eine musikalisch geprägte Familie geboren. Sein Vater Miguel Jurado Bustamante war Kapellmeister. Einen Teil seiner Jugend verbrachte Eufemiano in Guía. Dort förderte er eine Musikkapelle und organisierte Theateraufführungen und Konzerte. Francisco González Díaz erinnerte in seiner 1901 veröffentlichten Darstellung an diese Tätigkeit und an Jurados Mitwirkung als Sänger. Später ließ er sich in Las Palmas nieder, gründete die Musikgesellschaft La Unión und gehörte zu den Gründern, Dirigenten und verdienten Mitgliedern der Sociedad Filarmónica.

Zu seinen musikalischen Tätigkeiten zählten Komposition und Gesang. El Museo Canario dokumentiert eine Hymne, die 1852 erstmals erklang. Carlos Grandy Caviedes schrieb den Text, Jurado die Musik. Daneben nennt die Institution eine Messe und ein Kornettsolo, die 1867 in der Kathedrale vorgestellt wurden. Seine Laufbahn ging über persönliche Auftritte hinaus: Er half, Gelegenheiten zu schaffen, bei denen andere Menschen Musik hören und am kulturellen Leben teilnehmen konnten. Das Zusammenspiel von Organisation und künstlerischer Tätigkeit prägte diesen Bereich seines Wirkens.

Die Presse bot ihm ein weiteres Betätigungsfeld. Er schrieb für El Ómnibus und leitete El Eco de Gran Canaria, La Moralidad und El Pueblo. González Díaz, der ihn kannte, erinnerte an seine ruhige Art, bei öffentlichen Versammlungen zu sprechen. Seinen Republikanismus beschrieb er als gemäßigt und doktrinär. Diese Aussage vermittelt eine zeitgenössische Deutung seines politischen Stils. Sie wird als persönliche Beobachtung des Verfassers behandelt, nicht als unabhängiges Urteil über sämtliche Handlungen Jurados.

1841 wurde er zum Provinzabgeordneten für Gáldar gewählt. Während der Revolution von 1868 war er Sekretär der Revolutionsjunta von Gran Canaria und kommissarischer Zivilgouverneur der östlichen Inselgruppe. 1872 wurde er Senator für die Kanarischen Inseln. Sein Senatsdossier beschreibt die Wahlakte vom September und die im Oktober genehmigte Aufnahme. 1873 erhielt er ein Mandat in den verfassunggebenden Cortes der Ersten Republik. Dort unterstützte er eine territoriale Ordnung, die den Interessen der beiden größten Inseln Rechnung tragen sollte.

Vermächtnis

Jurado gehörte auch der Freimaurerei an, verwendete den Namen Guiniguada und übernahm Aufgaben in der Loge Afortunada. Er war einer der siebzehn Unterzeichner der Gründungsakte von El Museo Canario und arbeitete weiterhin mit der Gesellschaft zusammen. 1881 leitete er das Komitee für die Zweihundertjahrfeier zum Tod Calderón de la Barcas, eine vom Museum unterstützte Initiative. Er starb am 29. April 1888 in Las Palmas de Gran Canaria. Sein Vermächtnis umfasst politische Vertretung, Journalismus, Musik und die Mitwirkung in kulturellen Institutionen.

Quellen und Abgleich