Agustín de Bethencourt y Molina, geboren 1758 in Puerto de la Cruz, wird von Padrón Acosta, Sebastián als eine der wichtigsten Persönlichkeiten der spanischen und internationalen Wissenschaft betrachtet, insbesondere für seine Beiträge im Bereich der Hydraulik und Dampfmaschinentechnik[1].
Zu Bethencourts bedeutendsten Arbeiten zählt die 1790 der Pariser Akademie der Wissenschaften vorgelegte “Mémoire sur la force expansive de la vapeur de l’eau”. Die Kommission der Akademie, bestehend aus Borda, Monge und Brisson, lobte seine technische Lösung für die Bewegung des Kolbens in Dampfmaschinen mittels eines Eisenparallelogramms. Die Kommission erklärte: “La Memoria nos parece digna de la aprobación de la Academia y creemos que debe publicarse entre las Memorias de los sabios extranjeros”[1].
Bethencourt selbst gab in einem Brief an seinen Bruder aus Paris 1789 an, dass seine Reise nach London entscheidend für die Änderung seiner Vorstellungen über die Dampfmaschine war und dass französische Wissenschaftler beschlossen, seine Maschine “en grande, con todas las innovaciones que he practicado” zu bauen[1].
Laut Padrón Acosta, Sebastián, gehörte Bethencourt auch zu den ersten, die mit elektrischer Telegrafie experimentierten. Er präsentierte gemeinsam mit Bréguet eine Denkschrift über einen neuen Telegrafen am französischen Nationalinstitut und führte erste Versuche zwischen Madrid und Aranjuez durch[1].
Im Bereich der Hydraulik erfand Bethencourt eine Schleuse mit zwei durch den Boden verbundenen Kammern, was erhebliche Einsparungen an Wasser und Energie für die Binnenschifffahrt ermöglichte. Godoy, zitiert in der Quelle, beschreibt: “por el invento de Betancourt, cada esclusa, en lugar de un solo vaso, tenía dos contiguos que se comunicaban por el fondo… un hombre solo bastaba para la maniobra de hacer subir o bajar un barco, por muy grande que éste fuese”[1].
Bethencourt entwickelte außerdem eine Maschine zum Schneiden von Gras in Flüssen und Kanälen, die von der Society of Arts, Manufactures and Commerce in London als Modell übernommen wurde, und verfasste eine Denkschrift über einen Bagger zur Reinigung von Flussbetten, die von der spanischen Admiralität genehmigt wurde[1].
Er gründete und leitete das Königliche Maschinenkabinett im Buen Retiro, das über 270 Maschinen und 358 von ihm gezeichnete Pläne sowie 100 technische Denkschriften und 92 Grafiken umfasste, wie der Graf von Fernán-Núñez berichtet[1].
Die Quelle hebt hervor, dass viele seiner Innovationen zwar in Frankreich und anderen europäischen Ländern anerkannt wurden, Bethencourt in Spanien jedoch auf Hindernisse und mangelnde Unterstützung stieß, was ihn schließlich dazu veranlasste, seine wissenschaftliche Laufbahn in Russland fortzusetzen[1].
