
Schriftsteller, Dramatiker und Arzt
Arzt und Schriftsteller aus Las Palmas de Gran Canaria, der mit Agustín Millares Cubas Erzählungen, Theaterstücke und eine Wörtersammlung verfasste.
Schriftsteller, Dramatiker und Arzt · 1861–1925

Schriftsteller, Dramatiker und Arzt
Arzt und Schriftsteller aus Las Palmas de Gran Canaria, der mit Agustín Millares Cubas Erzählungen, Theaterstücke und eine Wörtersammlung verfasste.
Luis Millares Cubas wurde 1861 in Las Palmas de Gran Canaria geboren und starb dort im Jahr 1925. Er war Arzt, Schriftsteller und Dramatiker. Die medizinische Berufsausübung verband er mit einer literarischen Arbeit, die er überwiegend gemeinsam mit seinem Bruder Agustín entwickelte. Beide waren Söhne des Historikers und Musikers Agustín Millares Torres. Medizin, Literatur und Theater bildeten unterschiedliche Tätigkeitsbereiche, die im beruflichen und kulturellen Leben von Gran Canaria ihren gemeinsamen Rahmen fanden. Seine Biographie lässt sich deshalb aus mehreren Perspektiven betrachten.
Er besuchte das Colegio de San Agustín in Las Palmas und studierte von 1878 bis 1883 Medizin in Barcelona. Nach dem Abschluss kehrte er auf seine Heimatinsel zurück. 1884 arbeitete er als Hilfsarzt am Hospital de San Martín. Im Jahr 1890 wurde er dort erster Arzt und übernahm später die Funktion des ärztlichen Dekans. Bis zu seinem Rücktritt 1922 blieb er mit dem Krankenhaus verbunden. Außerdem unterrichtete er Physik und Chemie am Colegio de San Agustín und gründete die Clínica Millares. Diese Stationen verorten seine medizinische Laufbahn in konkreten Einrichtungen und ergänzen sie um seine Tätigkeit als Lehrer.
Das Schreiben begleitete seine ärztliche Arbeit. Er veröffentlichte frühe Gedichte sowie wissenschaftliche und künstlerische Artikel. 1894 begann er mit Agustín die gemeinsame literarische Produktion mit De la tierra canaria. Ihre Zusammenarbeit umfasste Romane, Erzählungen und Theaterstücke. Schauplätze und Figuren stellten Landschaften und gesellschaftliche Milieus der Inseln dar. Zu den mit ihrem Werk verbundenen Titeln gehören Pepe Santana, Nuestra Señora und Antonio Bordón sowie die Theaterstücke La herencia de Araus und Compañerito. Die unterschiedlichen literarischen Formen waren Bestandteile derselben Zusammenarbeit der beiden Brüder.
1908 gründeten sie das Teatrillo de los Hermanos Millares. In Luis’ Haus fanden Lesungen, Aufführungen, Musik und Gespräche über Bücher und Presse statt. Alonso Quesada, Tomás Morales und Saulo Torón gehörten zu den Schriftstellern, die dieses Umfeld besuchten. Die Zusammenkünfte im privaten Haus waren ein Teil des kulturellen Austauschs zwischen Autoren und Künstlern. Luis war außerdem mit der Zeitschrift El Museo Canario verbunden, deren Leitung er übernahm. Damit gehörte auch die Mitarbeit an einer periodischen Veröffentlichung zu seinen kulturellen Aufgaben.
Das Interesse der Brüder an der Alltagssprache führte zum Léxico de Gran Canaria, das 1924 erschien. Ihre Sammlung örtlicher Wörter und Wendungen begleitete die literarische Beobachtung der Inselgesellschaft. Nach Luis’ Tod erweiterte und überarbeitete Agustín den Wortschatz für Cómo hablan los canarios von 1932. Diese Fortsetzung unterscheidet das gemeinsam erarbeitete Werk von der späteren Überarbeitung durch den Bruder. Luis’ Vermächtnis umfasst medizinische Versorgung, Unterricht, erzählerisches und dramatisches Schreiben sowie die Aufzeichnung der kanarischen Sprache. Jeder dieser Bereiche lässt sich anhand eigener Einrichtungen und Werke verfolgen.