ZeitgenössischWissenschaft20. JahrhundertHämatologie, Universität und Kulturerbe

Arzt und Förderer der Universität

Er förderte Hämatologie und Hämotherapie auf Gran Canaria, war Präsident von El Museo Canario und der Universitätsstiftung und unterstützte die Escuela Luján Pérez. Er betrieb zudem historische Forschung und schenkte dem Museum Dokumente.

Frühe Jahre

Juan Manuel Díaz Rodríguez wurde 1921 in Valleseco auf Gran Canaria geboren. Er starb 2006. Als Arzt und Förderer des kulturellen Lebens verband er die Gesundheitsversorgung mit der Unterstützung von Bildungseinrichtungen, künstlerischen Institutionen und wissenschaftlichen Gesellschaften. Seine Laufbahn war mit der Hämatologie, mit El Museo Canario und mit der Bewegung für eine Universität auf Gran Canaria verbunden. Die Beschreibung seiner im Museum erhaltenen Dokumentensammlung informiert über diese Aufgaben. Sie belegt zugleich sein Interesse an historischer Forschung und an der Bewahrung handschriftlicher Quellen.

Historische Rolle

Nach dem Abschluss der höheren Schule trat er in die Lehrerausbildungsstätte von Las Palmas de Gran Canaria ein. Anschließend zog er nach Sevilla, um Medizin zu studieren. Nach seiner Rückkehr in die Inselhauptstadt arbeitete er in der Gesundheitsverwaltung der Provinz. Der archivischen Biografie von El Museo Canario zufolge wirkte er am Aufbau des ersten Zentrums für Hämatologie und Hämotherapie auf Gran Canaria mit. Diese medizinische Arbeit bildete die berufliche Grundlage einer Tätigkeit, die auch Bildung, Kultur und das institutionelle Leben der Insel umfasste.

Von 1967 bis 1972 war er Präsident der wissenschaftlichen Gesellschaft El Museo Canario. Seine Beziehung zur Einrichtung beschränkte sich jedoch nicht auf dieses Amt. Er trug historische Dokumente zusammen, die er später dem Museum schenkte. Dort wird der Bestand unter dem Namen Colección documental Juan Manuel Díaz mit der Signatur ES 35001 AMC/JD bewahrt. Die Sammlung dokumentiert einen konkreten Beitrag zur Erhaltung des schriftlichen Kulturerbes, neben seiner ärztlichen Arbeit und seinen organisatorischen Aufgaben.

Er unterstützte außerdem beständig die Escuela Luján Pérez und wurde 1979 zum Präsidenten ihres Patronats gewählt. Im Bereich der Hochschulbildung beteiligte er sich an den Bestrebungen, die zur Entstehung der Universität Las Palmas de Gran Canaria führten. Seit der Gründung der Universitätsstiftung im Jahr 1982 stand er dieser mehr als zehn Jahre lang vor. 1991 verlieh ihm die Universität die Ehrendoktorwürde. Die institutionelle Biografie beschreibt damit eine Laufbahn, in der medizinische Dienste und Initiativen zur Erweiterung von Bildung und kultureller Tätigkeit auf Gran Canaria zusammenkommen.

Zu seinen Schriften gehören medizinische Artikel, Beiträge für Zeitungen und historische Studien. Ein Beispiel für die letztgenannte Gruppe ist Molinos de agua en Gran Canaria, das 1988 bei La Caja de Canarias erschien. Der Bibliothekskatalog von REBIUN verzeichnet einen Band mit 649 Seiten, Illustrationen von Victorio Rodríguez Cabrera und Fotografien von Armando Díaz Santiago. Die Untersuchung über Wassermühlen steht neben seiner medizinischen und institutionellen Tätigkeit als weiterer Ausdruck seines Interesses an der Vergangenheit der Insel.

Vermächtnis

Die dem Museum geschenkte Sammlung umfasst 54 Dokumenteneinheiten. Es handelt sich um Handschriften aus dem siebzehnten bis neunzehnten Jahrhundert, vorwiegend aus dem achtzehnten. Sie wurden von der kanarischen Inquisition, dem Bistum und militärischen Behörden erstellt. Ihr hauptsächlicher Bezug liegt bei Fuerteventura und der Familie Cabrera der dortigen Obersten; ein Kompendium betrifft Lanzarote. Die Dokumente wurden nach ihrer Herkunft aus der Inquisition, dem Bistum oder dem Militär geordnet, ergänzt durch einen Bereich für unterschiedliche Materialien. Die Sammlung erweitert somit das Bild einer Laufbahn, die bereits mit Medizin, künstlerischer Ausbildung und Hochschulförderung verbunden ist. Sein Erbe umfasst auch einen materiellen Beitrag zur Bewahrung historischer Quellen des Archipels.

Quellen und Abgleich