
Arzt, Lehrer und Medizinhistoriker
Er verband die ärztliche Arbeit am Hospital de San Martín mit Lehre und historischer Forschung. Er leitete El Museo Canario und untersuchte Hinweise auf Krankheiten an Skelettresten der alten Kanarier.
Arzt, Lehrer und Medizinhistoriker · 1893–1983

Arzt, Lehrer und Medizinhistoriker
Er verband die ärztliche Arbeit am Hospital de San Martín mit Lehre und historischer Forschung. Er leitete El Museo Canario und untersuchte Hinweise auf Krankheiten an Skelettresten der alten Kanarier.
Juan Bosch Millares wurde 1893 in Las Palmas de Gran Canaria geboren. Er starb 1983. Dieses Jahr nennt die institutionelle Biografie von El Museo Canario; es ist mit dem zeitgenössischen Jahresbericht des Instituto de Estudios Canarios vereinbar. Als Arzt, Lehrer und Forscher verband er die Versorgung von Kranken mit der Ausbildung von Lehrkräften und Schülern sowie mit Untersuchungen zur Geschichte der Medizin. Seine Laufbahn zeigt die Beziehungen zwischen medizinischer Betreuung, Unterricht und der Bewahrung wissenschaftlicher Sammlungen auf Gran Canaria im zwanzigsten Jahrhundert.
Zum Studium der Medizin zog er nach Madrid. Dort erwarb er 1918 den Doktorgrad in Medizin und Chirurgie. Außerdem schloss er ein Studium der Naturwissenschaften ab. Diese Ausbildung setzte er in unterschiedlichen beruflichen Aufgaben ein, von der kommunalen Armenfürsorge bis zur Arbeit in einem Krankenhaus. Er war Arzt der Asistencia Pública Domiciliaria, die eine medizinische Versorgung im Rahmen der städtischen Wohlfahrt gewährleistete. Am Hospital de San Martín leitete er den Dienst für Innere Medizin. Neun Jahre lang stand er dem Krankenhaus als Direktor vor. Er beschäftigte sich auch mit Erkrankungen des Verdauungsapparats und wirkte in weiteren Einrichtungen der Gesundheitsversorgung mit.
Die Lehre blieb ein wesentlicher Bestandteil seines Berufslebens. Nach einem Auswahlverfahren erhielt er eine Stelle als außerordentlicher Lehrer an der Schule für die Ausbildung von Grundschullehrkräften. Er unterrichtete außerdem am Instituto Nacional de Enseñanza Media und am Hospital de San Martín. In seinen Artikeln und Reden befasste er sich mit pädagogischen Fragen und mit der Berufung der Menschen, die andere ausbilden. Er schrieb über die Entstehung und Entwicklung der Lehrerausbildung in Las Palmas und setzte sich für eine öffentliche Würdigung der Lehrerin Salomé Araña ein.
Sein Interesse an der Vergangenheit war eng mit der Medizin verbunden. Vier Jahrzehnte lang leitete er El Museo Canario. Dort untersuchte er die vorhispanischen Skelettreste, um Hinweise auf Krankheiten der alten Kanarier zu erkennen. Diese Arbeiten gehören zur Geschichte der Paläopathologie auf den Inseln. Er verfasste Historia de la medicina en Gran Canaria und rekonstruierte die Geschichte der Krankenhäuser San Martín und San Lázaro in Las Palmas sowie San Pedro Mártir in Telde. Auch Lebensbeschreibungen von Ärzten gehörten zu seiner Arbeit. Dabei galt sein besonderes Interesse denjenigen, die sich mit Literatur und anderen geisteswissenschaftlichen Gebieten beschäftigt hatten.
Er übernahm Aufgaben in Gesundheitsbehörden und beruflichen Vereinigungen. Er war Sekretär des Gesundheitsrats der Provinz, Präsident der Ärztekammer von Las Palmas und Präsident der dortigen Akademie für medizinische Wissenschaften. Zudem beteiligte er sich an der Leitung der Revista médica de Canarias. Seine medizinische und pädagogische Arbeit wurde durch die Encomienda des Zivilordens für Gesundheit im Jahr 1947 und durch die entsprechende Auszeichnung des Ordens Alfons X. des Weisen im Jahr 1961 anerkannt.
Eine weitere Seite seiner Laufbahn zeigen die Beiträge zur Zeitung Falange. In der Rubrik Plumas de las islas schrieb er über Medizin, die Stadt und Erinnerungen an seine Ausbildung. Teresa Delgado Darias erkennt darin Mitgefühl gegenüber Kranken und eine Sorge um den schwindenden Austausch zwischen Arzt und Patient. Bei einer Ehrung im Dezember 1962 bezeichnete er das Hospital de San Martín, El Museo Canario und die weiterführenden Schulen als seine wichtigsten Wirkungsstätten. Sein Erbe umfasst klinische Praxis, institutionelle Erinnerung und Gedanken über den menschlichen Umgang in der Medizin.