Juan Álvarez Delgado
ZeitgenössischWissenschaft19. JahrhundertPhilologie

Philologe, Sprachwissenschaftler und Universitätsprofessor

Philologe aus Güímar und Professor für lateinische Philologie an der Universität La Laguna. Er erforschte die indigenen Sprachen und das kanarische Spanisch. Seine Laufbahn umfasste auch eine dokumentierte Verbindung zur Falange.

Frühe Jahre

Juan Álvarez Delgado wurde am 4. September 1900 in Güímar auf Teneriffa geboren. Seine erste Ausbildung erhielt er in Comillas, wo er zwischen 1914 und 1922 Latein, Geisteswissenschaften und Philosophie studierte. Nachdem er die kirchliche Ausbildung verlassen hatte, schloss er seine Schulbildung am Instituto de Canarias in La Laguna ab. Zwischen 1927 und 1930 studierte er Philosophie und Geisteswissenschaften an der Universität Granada. Zeitweise verband er das Studium mit einer Tätigkeit bei der Gemeindeverwaltung von Güímar. 1932 erhielt er eine Stelle als Lateinprofessor im höheren Schuldienst und begann in Santa Cruz de La Palma zu unterrichten.

Historische Rolle

Seine Laufbahn als Lehrer und Hochschullehrer verband die Schule mit der Universität. Gemeinsam mit Elías Serra Ráfols und dem Rektor von La Laguna beteiligte er sich 1940 am Aufbau der Studiengänge für Philosophie und Geisteswissenschaften. Im selben Jahr legte er an der Universität Madrid eine historisch-philologische Dissertation über den heiligen Eugenius von Toledo vor. 1949 erhielt er den Lehrstuhl für lateinische Philologie an der Universität La Laguna. Dort unterrichtete er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1970. Die klassische Ausbildung bildete eine wesentliche Grundlage seiner Forschung und seiner Lehre.

Ein bedeutender Teil seiner Veröffentlichungen galt den indigenen Sprachen der Kanaren. 1941 erschienen Puesto de Canarias en la investigación lingüística und Miscelánea guanche: I Benahoare. Ensayos de lingüística canaria. Es folgten Teide. Ensayo de filología tinerfeña im Jahr 1945 sowie Inscripciones líbicas de Canarias von 1967. Er beschäftigte sich mit sprachlichen Zeugnissen aus der Zeit vor der Eroberung und ihrer Bedeutung für historische Deutungen des Archipels. Außerdem untersuchte er das kanarische Spanisch, insbesondere den regionalen Wortschatz und die hispanischen Ortsnamen.

Von 1942 bis 1951 war er Provinzkommissar für archäologische Ausgrabungen in Santa Cruz de Tenerife. Er arbeitete mit Luis Diego Cuscoy zusammen, mit dem er 1947 Excavaciones arqueológicas en Tenerife veröffentlichte. A. José Farrujia de la Rosa untersucht diese Phase und die Besiedlungstheorien von Álvarez Delgado im administrativen und ideologischen Zusammenhang der Franco-Diktatur. Seine Darstellung unterscheidet die institutionelle Funktion des Philologen von Cuscoys Feldarbeit. Beide Aufgaben sind damit als unterschiedliche Formen beruflicher Tätigkeit zu betrachten.

Auch sein politisches Engagement gehört zu seiner Biografie. Manuel Ferraz Lorenzo dokumentiert seine Verbindung zur Falange während seiner Leitung der höheren Schule auf La Palma und nennt ihn als Delegierten der zweiten Linie der Falange Española. Die Studie ordnet diese Tätigkeit in das Bildungswesen unter dem Franquismus ein. Die Funktion wird entsprechend dem Forschungsbeleg benannt. Daraus werden keine persönlichen Verantwortlichkeiten für konkrete Repressionshandlungen abgeleitet, die nicht gesondert nachgewiesen worden sind.

Vermächtnis

Er starb am Weihnachtstag 1987 in Santa Cruz de Tenerife. Sein Erbe umfasst philologische Forschung, Lehre und die Mitwirkung in akademischen und archäologischen Einrichtungen. Bei der Bewertung seines Werks sind die gesammelten Zeugnisse von seinen Deutungen der Besiedlung zu unterscheiden. Farrujias historiografische Untersuchung zeigt, wie wichtig die theoretischen und ideologischen Voraussetzungen dieser Deutungen sind, neben seinen Beiträgen zur Erforschung der indigenen Geschichte der Kanarischen Inseln.

Zeitleiste

  1. 1932Lateinprofessur im höheren Schuldienst und Beginn der Lehrtätigkeit in Santa Cruz de La Palma.
  2. 19421. Dezember 1942Ernennung zum Provinzkommissar für archäologische Ausgrabungen in Santa Cruz de Tenerife.
  3. 1949Berufung auf den Lehrstuhl für lateinische Philologie der Universität La Laguna.
  4. 1967Veröffentlichung von Inscripciones líbicas de Canarias.

Quellen und Abgleich