Antonio Tejera Gaspar
ZeitgenössischWissenschaft20. JahrhundertArchäologie

Archäologe und Universitätsprofessor

Archäologe aus El Río in Arico, der die indigenen Gesellschaften der Kanaren, ihre Glaubensvorstellungen und ihre Kontakte mit Europäern untersucht. Träger des kanarischen Preises für historisches Erbe von 2011.

Frühe Jahre

Antonio Tejera Gaspar wurde am 29. April 1946 in Arico auf Teneriffa geboren und stammt aus dem dortigen Ort El Río. Seine Laufbahn verbindet die Lehre an der Universität mit der Erforschung der indigenen kanarischen Gesellschaften und Aufgaben in der Verwaltung des historischen Erbes. Zwischen 1974 und 1979 unterrichtete er an der Universität Sevilla und am Colegio Universitario de La Rábida in Huelva. Im Jahr 1979 erhielt er eine feste Stelle für die Lehre der Vorgeschichte an der Universität La Laguna, mit der seine weitere akademische Laufbahn eng verbunden ist.

Historische Rolle

Seine frühen Untersuchungen galten den Phöniziern des Mittelmeerraums und den tartessischen Kulturen im Westen Andalusiens. 1979 veröffentlichte er Las necrópolis fenicias y púnicas del Mediterráneo Occidental. Später schrieb er gemeinsam mit Jesús Fernández Rodríguez die Bücher Los dioses de los Tartesios von 2012 und Tarteso. La génesis de una civilización von 2019. Diese Forschungen zum Mittelmeer gehören zu einem Werk, das auch Nordafrika und die Geschichte des atlantischen Raums behandelt.

Seit 1979 richtete er seine Forschungen auf die kanarischen Kulturen vor den Kontakten mit Europäern. Mit Rafael González Antón veröffentlichte er Los aborígenes canarios und Las culturas aborígenes canarias. Er leitete die vom Centro de la Cultura Popular Canaria geförderte Reihe La Prehistoria de Canarias und schrieb Tenerife y los guanches. Zu seinen Arbeiten über Lanzarote zählt Majos. La primitiva población de Lanzarote, das 1999 gemeinsam mit José C. Cabrera Pérez und María Antonia Cabrera Betancort erschien. 2020 veröffentlichte er mit Guanches eine allgemein verständliche Darstellung der indigenen Kultur Teneriffas.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit sind religiöse Vorstellungen und Praktiken. Er verfasste La religión de los guanches. Ritos, mitos y leyendas sowie La religión de los gomeros. Ritos, mitos y leyendas. Gemeinsam mit Marian Montesdeoca veröffentlichte er 2004 Religión y mito de los antiguos canarios. Mit Jorge Pais Pais folgte 2010 La religión de los benahoaritas. Seine Bibliografie umfasst damit Untersuchungen zu mehreren Inseln, deren indigene Gesellschaften nicht auf eine einzige kulturelle Erfahrung reduziert werden.

Auch die Begegnungen zwischen indigenen Gemeinschaften und Europäern gehören zu seinen Themen. Mit Eduardo Aznar Vallejo untersuchte er die frankonormannische Siedlung San Marcial del Rubicón in Yaiza. Weitere Veröffentlichungen behandeln die afrikanischen Reisen von Alvise Cadamosto und die Verbindungen von Christoph Kolumbus zu den Kanaren. Seit September 1980 war Tejera Provinzinspektor für Archäologie in Santa Cruz de Tenerife. Ab 1984 übernahm er Aufgaben des Generalinspektors für historisches Erbe der kanarischen Regierung.

Vermächtnis

2001 wurde er in die Academia Canaria de la Lengua gewählt; seine Antrittsrede hielt er 2002. Er erhielt 2011 den kanarischen Preis für historisches Erbe, 2017 die Ehrendoktorwürde der Universität Las Palmas de Gran Canaria und 2018 die Goldmedaille der Universität La Laguna. Das Profil seiner Universität nennt außerdem seine Ehrenmitgliedschaft im CICOP seit dem Jahr 2020.

Zeitleiste

  1. 1979Feste Lehrstelle für Vorgeschichte an der Universität La Laguna.
  2. 200123. Oktober 2001Wahl in die Academia Canaria de la Lengua.
  3. 2011Kanarischer Preis für historisches Erbe.
  4. 2017Ehrendoktorwürde der Universität Las Palmas de Gran Canaria.

Quellen und Abgleich