Die lexikografische Arbeit von Francisco Navarro Artiles
Francisco Navarro Artiles erforschte den kanarischen Wortschatz durch das Sammeln von Aussagen und die Untersuchung von Wörterverzeichnissen und Texten. Sein Beitrag lässt sich im Kapitel „Sobre la vida y la obra de Francisco Navarro Artiles“ von Nicanor Artiles González nachvollziehen, das im 2004 von Carmen Díaz Alayón und Marcial Morera herausgegebenen Homenaje erschien (S. 19, 24–25).[1]
Der Sprachgebrauch Fuerteventuras als Quelle
Das Kapitel beschreibt, wie Navarro Artiles Unterricht und Forschung auf Fuerteventura verband und mit Hirten, Landwirten und Fischern sprach. Er sammelte Informationen unmittelbar bei ihnen und überprüfte mit seinen Gesprächspartnern die Wortformen. Dieser Bericht dokumentiert eine konkrete Praxis der Feldforschung, ohne daraus eine allgemeine Theorie vom Vorrang der Mündlichkeit zu machen (S. 19).[1]
Diese Aufmerksamkeit für den Wortschatz fand ihren lexikografischen Ausdruck im „Vocabulario de Fuerteventura“, das er mit Fausto Calero Carreño verfasste und 1965 sowie 1966 in der Revista de Dialectología y Tradiciones Populares veröffentlichte. Nicanor Artiles González beschreibt es als Untersuchung der Buchstaben A, B und C in Wörterbuchform (S. 25).[1]
Methodik und Quellen: Lienda
Lienda (Vocabulario de las Islas Canarias) erschien ab dem 27. Januar 1985 in Fortsetzungen in La Provincia. Das Kapitel im Homenaje erklärt, dass darin kanarische Dialektwortschätze, Belege aus schriftlichen Quellen und Ergebnisse zahlreicher Befragungen von Navarro Artiles zusammengeführt wurden. Die Quelle belegt diese Verbindung von Materialien, nicht aber, dass die gesammelten Wörter zuvor ausschließlich mündlich verwendet worden seien (S. 24–25).[1]
Historische Dokumentation findet sich auch in seinen 1966 veröffentlichten Anmerkungen zu den Actas del Cabildo de Fuerteventura. Sie erläuterten Wörter des Dokuments, die außer Gebrauch geraten waren oder in leicht zugänglichen Wörterverzeichnissen fehlten (S. 25).[1]
Teberite und Wortschatz guanchischen Ursprungs
Teberite. Diccionario de la lengua aborigen canaria (1981) gehört zu einem besonderen Bereich seiner Arbeit. Nicanor Artiles González beschreibt es als Sammlung von Wörtern aus älteren Verzeichnissen, lebendiger Überlieferung und historischen Texten. Sie enthält auch Wörter, die andere Autoren für guanchisch hielten, und diskutiert deren Zuordnung (S. 24).[1]
Maximiano Trapero gibt in Estudios sobre el guanche, Kapitel I, Abschnitt 7.4, eine kritische Bewertung. Er hebt die alphabetische Anordnung von Wölfels Material und den Zugang auf Spanisch zu ursprünglich auf Deutsch veröffentlichten Angaben hervor, bemängelt aber die fehlende Aktualisierung und die Übernahme von Fehlern dieser Quelle (S. 94). Dies ist Traperos Bewertung, die Reichweite und Grenzen des Wörterbuchs einordnen hilft.[2]
Vermächtnis und Aktualität
Diese Werke zeigen einen konkreten Beitrag zur Dokumentation des Wortschatzes: Aussagen von Sprechern, Dialektmaterial und historische Quellen wurden in Verzeichnissen und Studien zusammengeführt. Die Verbindung von mündlichen Belegen und Lexikografie ist dabei besonders in Lienda dokumentiert, wo Befragungen mit früheren Wörterverzeichnissen und schriftlichen Zeugnissen verbunden werden (S. 19, 24–25).[1]
