Die dialektale Vielfalt des Amazigh: Verbreitung und Merkmale laut GEA - Sprache
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Die Amazigh-Sprache, von ihren Sprechern auch Tamazigh genannt, ist die Sprache der Imazighen, deren Name ‘freie Menschen’ bedeutet[1]. Nach Angaben von GEA (Gruppe für Amazigh-Studien, Autonome Universität Barcelona) gab es 2006 etwa 20 Millionen Amazigh-Sprecher, verteilt auf ein großes Gebiet von den Kanarischen Inseln bis zu den westlichen Grenzen Ägyptens und vom Mittelmeer bis zu den Flüssen Senegal und Niger[1].

Ein herausragendes Merkmal dieser Sprache ist ihre dialektale Vielfalt, die die weite geografische Verbreitung und Geschichte der Amazigh-Völker widerspiegelt. In Marokko, wo etwa 12 Millionen Amazigh leben (mehr als 40 % der Bevölkerung, laut GEA), werden drei Hauptdialekte unterschieden: Riffisch oder Tarifit, gesprochen im Norden, insbesondere im Rif-Gebirge; Tamazigh, das sowohl als Sammelbezeichnung für die Sprache als auch für den Dialekt im Zentrum-Osten dient; und Tacelhit, auch als Chelha oder Chleuh bekannt, gesprochen im Südwesten und mit einer reichen schriftlichen Tradition, deren Texte bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen[1].

In Algerien schätzt GEA etwa 7 Millionen Amazigh, was rund 25 % der Bevölkerung entspricht. Die am meisten gesprochenen Dialekte sind Kabylisch oder Teqbailit, das durch Zeitschriften, Bücher und die Forderung nach gesellschaftlicher Anerkennung einen modernen Aufschwung erlebt hat; Taixawit im Südwesten; und Tamzabit im Zentrum-Norden[1].

Im Sahara-Gebiet, insbesondere in Niger (etwa 500.000 Sprecher) und Mali (etwa 400.000), sowie in Teilen von Algerien, Libyen, Nigeria und Burkina Faso, wird Tamaceq, die Sprache der Tuareg, gesprochen. Laut GEA ist Tamaceq die einzige Amazigh-Variante, die bis heute die alte Tifinagh-Schrift bewahrt hat, die vermutlich von der libyschen Schrift abstammt[1].

Heutzutage wird Amazigh hauptsächlich mit dem lateinischen Alphabet geschrieben, wobei das Tifinagh-Alphabet zunehmend aktualisiert und mit zusätzlichen Zeichen an moderne soziale Anforderungen angepasst wird[1]. Laut GEA ist Amazigh jedoch nur in Niger und Mali offiziell. In Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Mauretanien und Tschad hat die Sprache keinen politischen Status, was zu bedeutenden Bewegungen für ihre Anerkennung geführt hat, insbesondere in Marokko und Algerien[1].

Die dialektale Vielfalt des Amazigh spiegelt laut GEA den kulturellen Reichtum und die geografische Streuung der Imazighen wider. Jeder Dialekt weist eigene phonetische, lexikalische und morphologische Merkmale auf, teilt aber eine gemeinsame Grundlage als Teil der afroasiatischen Sprachfamilie, mit semitischen und lateinischen Einflüssen in ihrer historischen Entwicklung[1].

Quellen