Leoncio Rodríguez und der kanarische Regionalismus: Die Rede im Ateneo de La Laguna 1906 - Persönlichkeiten
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Leoncio Rodríguezkanarischer RegionalismusAteneo de La LagunaAutonomieGeschichte der Kanaren

Im Juli 1906 hielt der Journalist Leoncio Rodríguez González im Ateneo de La Laguna einen Vortrag mit dem Titel “El Regionalismo Canario. Bosquejo histórico-social”. Laut Nicolás Reyes González markierte dieses Ereignis einen wichtigen Moment in der Debatte um Identität und Autonomie der Kanaren im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert [1].

Rodríguez vertrat die Ansicht, dass der Regionalismus ein unverzichtbares Instrument sei, um das kanarische Volk aus seinem “Dornröschenschlaf” zu wecken und die lokale Zivilisation zu stärken. Er bezeichnete den Regionalismus als “Kern latenter Energien, die, richtig kanalisiert, den Block unserer Zivilisation stärken müssen”. Darüber hinaus erklärte er, dass der Regionalismus in Spanien und besonders auf den Kanaren eine “dringende Notwendigkeit” und eine “vorausschauende und rettende Maßnahme” für das gesellschaftliche und politische Leben des Archipels sei [1].

Rodríguez betonte, dass der Regionalismus keine “versteckten Absichten nationaler Spaltung oder eine antiquarische Arbeit” darstelle, sondern in der nationalen Bewusstseinsbildung und der Geschichte der spanischen Regionen verwurzelt sei, die ein autonomes Leben und eine Föderation genossen hätten, die mit dem Wachstum der Nation vereinbar sei [1].

Er plädierte für eine plurinational ausgerichtete Struktur des spanischen Staates und befürwortete eine föderale und republikanische Ordnung, die die verschiedenen Nationalitäten und Regionen respektiert. Rodríguez kritisierte die zentralistische Bürokratie, die seiner Meinung nach das politische Leben behindere, und erklärte, dass die spanischen Provinzen, einschließlich der Kanaren, “in voller Ausübung unserer Energien, unserer Rechte, unserer vergessenen Traditionen” leben wollten, aber nicht als “Parias, versklavt von Caciques und Händlern” [1].

In seinem Vortrag beschwor Rodríguez die Vergangenheit der Inseln als Quelle des Regionalismus und bezog sich auf die Annalen der Eroberung und das Leben der frühen Bewohner, die er als “Modell von Stärke, Loyalität und Uneigennützigkeit” beschrieb, die in einer “glücklichen Republik, frei von Hass, Eitelkeiten und Prunk” lebten [1].

Der Vortrag hatte unmittelbare Auswirkungen auf die Presse Teneriffas, insbesondere auf die Zeitung El Progreso, die die Verbreitung regionalistischer Ideen und die Bildung einer Gemeinschaft förderte, die sich der administrativen und wirtschaftlichen Autonomie der Kanaren widmete. Laut Quelle führten die Journalisten von El Progreso eine Umfrage unter Persönlichkeiten der Inseln durch, um deren Meinungen zum Regionalismus und zur Autonomie einzuholen, was die Vielfalt der Ansichten im Archipel widerspiegelte [1].

Die Rolle von Leoncio Rodríguez steht somit im Mittelpunkt der Debatte über den kanarischen Regionalismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er setzte sich für eine Autonomie ein, die mit der nationalen Einheit vereinbar ist, und hob den Wert der Inselidentität als Motor für sozialen und politischen Fortschritt auf den Kanaren hervor [1].

Quellen