Der Spitzname ‘Mandarria’: Ursprung, Bedeutung und Gebrauch im kanarischen Ringkampf
Der Spitzname ‘Mandarria’ ist untrennbar mit Miguel Cabrera Castillo verbunden, einem Ringer aus Gáldar, der die kanarische Ringkampfszene an der Wende zum 20. Jahrhundert prägte[1]. Die Analyse dieses Spitznamens zeigt, wie Spitznamen im kanarischen Ringkampf sowohl persönliche Eigenschaften als auch den sozialen und kulturellen Kontext widerspiegeln.
Laut dem von der Quelle zitierten Wörterbuch der Real Academia Española bedeutet ‘mandarria’ “Eisenhammer oder -schlegel, den Schiffszimmerleute benutzen, um Bolzen in Schiffsrümpfe zu treiben oder zu entfernen”[1]. Falcón Falcón, José Roque schließt jedoch aus, dass der Spitzname von Miguel Cabrera mit solchen Berufen zu tun hatte, da es keine Hinweise auf eine Verbindung des Ringers zu diesen Tätigkeiten gibt[1].
Die Quelle zitiert auch das Kanarismen-Wörterbuch von Pancho Guerra, das ‘mandarriazo’ als “starken Schlag, wie ihn Mandarrias, der berühmte Ringer, austeilte” definiert[1]. Dies legt nahe, dass der Spitzname mit der Kraft von Mandarrias Hebetechniken verbunden war, die zu seinen gefürchtetsten und charakteristischsten Griffen gehörten[1]. Außerdem wird ‘Mandarria’ als “berühmter kanarischer Ringer, der als Vergleichsbegriff dient” beschrieben[1].
Der Ausdruck “du siehst aus wie ein Mandarria” ist laut mündlicher Überlieferung, die in der Quelle zitiert wird, bis heute gebräuchlich und bezieht sich auf die Art der Kleidung, insbesondere auf die weiten Hosen, die durch das Griffsystem “mano arriba” oder “mano metida” erforderlich waren[1]. Dieses System erforderte sehr weite Hosen, was den Ringern ein ungepflegtes Aussehen verlieh, das laut Quelle heute als lächerlich erscheinen könnte[1].
Die Popularität des Spitznamens festigte sich in einer Zeit, in der die Ringkampfkleidung und -technik sich stark von den heutigen unterschieden, und Mandarria war einer der bekanntesten Ringer seiner Epoche[1]. Die Quelle betont, dass Mandarrias Bekanntheit zur Verbreitung von Begriffen und Ausdrücken rund um seinen Spitznamen im kanarischen Sprachgebrauch beitrug[1].
Zum Ursprung des Spitznamens präsentiert die Quelle zwei Versionen. Einerseits wird eine Familienanekdote eines Neffen wiedergegeben, wonach Miguel Cabrera sich nach einem Gespräch mit dem Direktor des Circo Cuyás, Joaquín Moreno, selbst so nannte. Auf die Frage, wie er sich im nächsten Kampf verhalten werde, antwortete Cabrera: “Was soll ich machen, Don Joaquín, ich bin halt ein Mandarria”[1]. Diese Bemerkung führte dazu, dass der Spitzname auch auf andere Familienmitglieder und Auswanderer in Amerika überging, wie das Zeugnis in der Quelle berichtet[1].
Andererseits unterstreicht die Quelle, dass die Verbindung zwischen Spitznamen und Ringer unbestreitbar ist, da Mandarria wohl der bekannteste Ringer seiner Zeit war und sein Kampfstil – insbesondere seine Hebetechniken – die Assoziation mit der Kraft einer Mandarria rechtfertigte[1].
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Spitzname ‘Mandarria’ nicht nur Miguel Cabrera Castillo kennzeichnete, sondern auch zu einem sprachlichen und kulturellen Bezugspunkt auf den Kanaren wurde, der sowohl mit körperlicher Stärke als auch mit dem Bild des traditionellen kanarischen Ringers um 1900 verbunden ist[1].
