Die Cueva Pintada von Gáldar: Technik und Bedeutung der indigenen Wandmalerei - Archäologie
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Die Cueva Pintada von Gáldar: Technik und Bedeutung der indigenen Wandmalerei

Die Cueva Pintada von Gáldar im historischen Zentrum der Stadt beherbergt die herausragendsten polychromen Friese der indigenen Wandmalerei Gran Canarias. Diese Wandbilder in der sogenannten polychromen Kammer sind ein außergewöhnlicher künstlerischer und symbolischer Ausdruck der vorspanischen Gesellschaft der Insel[1].

Herstellung der Wandmalereien: Technik und Materialien

Die Anfertigung dieser Wandmalereien erforderte eine ausgefeilte Technik. Zunächst musste die Wand vorbereitet werden, um eine gleichmäßige Oberfläche zu erzielen. Dazu wurden die Spalten zwischen den Tuffschichten mit Mörtel gefüllt und geglättet. Anschließend wurde die Oberfläche mit einer Tonschicht poliert[1].

Nachdem die Wand vorbereitet war, wurde eine Skizze des gesamten Designs angefertigt, auf die anschließend die verschiedenen Farben aufgetragen wurden. Vor dem Auftragen der Pigmente wurde die Wand leicht angefeuchtet, um die Aufnahmefähigkeit und Haftung der Farben zu erhöhen. Die Farben wurden direkt mit den Fingern oder mit Pinseln aufgetragen, die wahrscheinlich aus Ziegenhaar oder Schilfrohr bestanden[1].

Die Farbstoffe waren mineralischen Ursprungs: Ocker (oxidierte Tone) für Rot und feine gebleichte Tone für Weiß, die mit Wasser vermischt wurden. Das auf den Tafeln sichtbare Schwarz ist kein Pigment, sondern eine natürliche Verdunkelung des Tuffs[1].

Motive und Komposition

Die dekorativen Motive der Cueva Pintada sind geometrisch und weisen eine sorgfältige Komposition mit einzigartiger Symmetrie und Rhythmus auf. Besonders hervorzuheben sind Dreiecke, ineinandergreifende Winkel, Kreise und Motive, die an eine Getreideähre erinnern. In einigen Dreiecken ist deutlich zu erkennen, wie eine cremefarbene Schicht über eine weiße aufgetragen wurde, was die Komplexität der verwendeten Technik zeigt[1].

Deutung und Funktion

Über ihren ästhetischen Wert hinaus offenbart das polychrome Wandbild der Cueva Pintada einen außergewöhnlichen Charakter, der auf die Existenz echter Ideogramme hindeutet. Die mit diesem Raum verbundene rituelle Atmosphäre legt nahe, dass es sich um ein System zur Zeitmessung und -berechnung handeln könnte, möglicherweise einen Mond- und Sonnenkalender, der auf der Kombination von Serien um die Zahl zwölf und dem Wechsel von roten, weißen und unbehandelten Flächen basiert[1].

Dieses Wissen wurde von den bedeutendsten Mitgliedern der insularen Adelsschicht (foyzogues) kontrolliert, die ihre gesellschaftliche Vorrangstellung durch das Monopol von Wissen, Glauben und indigenen Ritualen rechtfertigten. Die zeremonielle Bedeutung des Raumes wird durch archäologische Funde im Inneren der Höhle, wie Mumien, Gefäße und andere Haushaltsgegenstände, bestätigt, wie zeitgenössische Berichte dokumentieren[1].

Quellen