Die Vielfalt der Gentilize auf den Kanarischen Inseln spiegelt den sprachlichen und kulturellen Reichtum des Archipels wider. Die Bildung dieser Bezeichnungen, die die Zugehörigkeit zu einem Ort ausdrücken, erfolgt hauptsächlich durch Ableitung mit Suffixen, wobei der Ortsname als Basis dient[1].
Im Spanischen gibt es etwa fünfzig Suffixe zur Bildung von Gentilize, doch auf den Kanaren stechen besonders zwei hervor: -ero/a und -ense. Das Suffix -ero/a ist das produktivste und wird mit einem volkstümlichen oder neutralen Ton assoziiert, während -ense vor allem in formellen Kontexten, sowohl mündlich als auch schriftlich, verwendet wird[1]. So existieren für die Stadt Icod de los Vinos auf Teneriffa zwei Gentilize: icodense (formeller und wertschätzender) und icodero (volkstümlicher und neutral)[1].
Darüber hinaus werden weitere Suffixe verwendet, wenn auch seltener, wie -eño/a (lanzaroteño, herreño, tinerfeño), -ano/a (isorano, aldeano, garafiano) und episodisch -usco/a, -uco/a, -és/a oder -ita (letzteres historisch)[1]. Die Wahl des Suffixes kann von phonetischen, morphologischen oder auch willkürlichen Faktoren abhängen. Manchmal wird das Gentilize auch aus einem alten Ortsnamen gebildet, was zu intransparenten und morphologisch nicht mehr motivierten Formen führt[1].
Im Gebrauch dominieren die auf -ero/a endenden Gentilize in der gesprochenen und volkstümlichen Sprache, während die auf -ense endenden vor allem in der Schriftsprache, insbesondere im Journalismus und in Sportberichten, verwendet werden[1]. Viele Sportvereine tragen den Gentilize ihrer Ortschaft im Namen, wie silense, icodense oder portuense[1].
Das Wissen um und der Gebrauch von Gentilize variiert je nach Bedeutung des Ortes. Die auf Inseln bezogenen Gentilize sind im gesamten Archipel bekannt, während solche für Gemeinden oder Stadtteile meist nur lokal verwendet werden[1]. Zudem existieren neben den regulären Gentilize auch burleske oder informelle Varianten, deren Gebrauch und Akzeptanz vom Kontext und den lokalen Sprachgewohnheiten abhängt.
Zusammenfassend ist die Bildung und der Gebrauch von Gentilize auf den Kanarischen Inseln ein komplexes Phänomen, das sowohl die Geschichte als auch die soziale und sprachliche Vielfalt der Inseln widerspiegelt und einen Einblick in die Identität und Beziehungen der verschiedenen Gemeinschaften des Archipels gibt[1].
