Der bestimmte Artikel in der indigenen Sprache Teneriffas: Formen und Beispiele
John Crichton-Stuart widmet in seiner Untersuchung der alten Sprache der Ureinwohner Teneriffas dem bestimmten Artikel besondere Aufmerksamkeit[1]. Laut dem Autor deuten Präfixe wie “ach”, “ch”, “at”, “ta” sowie sibilantische Varianten wie “atch”, “ash”, “as” oder “ach” am Wortanfang darauf hin, dass es sich um bestimmte Artikel handelt[1].
Crichton-Stuart stellt fest, dass in den von Dr. Chil und anderen zusammengestellten Vokabularen viele Wörter mit diesen Präfixen beginnen und dass dasselbe Wort mit oder ohne diese Präfixe auftreten kann, was die Annahme ihrer grammatischen Funktion als Artikel stützt[1]. So wird beispielsweise “Achaman” als “Gott” oder “die Sonne” interpretiert, wobei “ach” als Artikel und “aman” als Stamm fungiert[1]. Ebenso zeigen “Achineche” (Name für Teneriffa) und “Chenerfe” die Alternanz zwischen “ach” und “ch” als Artikelformen[1].
Der Autor erklärt, dass diese phonetische Variabilität sowohl auf dialektale Unterschiede als auch auf die phonetische Transkription durch spanische Chronisten zurückzuführen sein könnte, die unbekannte Laute an ihr eigenes Schriftsystem anpassten[1]. So könnte die Kombination “ch” einen Laut zwischen dem spanischen “t” und “s” darstellen, ähnlich wie das englische Suffix “-tion”[1].
Crichton-Stuart betont, dass der bestimmte Artikel nicht nur bei Eigennamen oder Titeln, sondern auch bei allgemeinen Substantiven verwendet wurde. Beispielsweise stehen in “Achicaxna” (der Diener) und “Achimencey” (der Adlige) “achi” oder “ach” vor dem Hauptwort und verstärken so ihre Funktion als Determinativ[1]. Selbst spanische Lehnwörter wie “año” (Jahr) treten mit dem Präfix “ach” auf, um “das Jahr” auszudrücken, was auf eine Anpassung des indigenen Artikels an entlehnte Begriffe hindeutet[1].
Bezüglich der Flexion des Artikels findet der Autor keine klaren Hinweise auf Genus- oder Numerusvarianten, erwähnt jedoch mögliche sibilantische Modifikationen oder zusätzliche Präfixe in bestimmten Kontexten[1]. Das Fehlen von Deklinationen und die von einigen Chronisten beobachtete Tendenz zur Unveränderlichkeit werden von Crichton-Stuart hinterfragt, da die Materialknappheit und der Einfluss einer “pigeon”- oder Mischsprache eine tiefere grammatische Analyse erschweren[1].
Abschließend stellt der Autor fest, dass der bestimmte Artikel in seinen verschiedenen Formen eines der wenigen grammatischen Elemente ist, die mit relativer Sicherheit in der indigenen Sprache Teneriffas identifiziert werden können, und dass sein vergleichendes Studium Aufschluss über die Struktur und Entwicklung der kanarischen Inselsprachen geben kann[1].
