Die Wiederentdeckung historischer Persönlichkeiten aus Lanzarote ist ein zentrales Anliegen der kanarischen Erinnerungskultur, wie Nicolás Reyes González in seiner Studie über bedeutende Persönlichkeiten des Archipels betont[1]. Unter diesen nimmt Isaac Viera y Viera als Intellektueller, der im 19. Jahrhundert auf Lanzarote geboren wurde und im 20. Jahrhundert verstarb, eine wichtige Rolle ein. Seine Laufbahn trug wesentlich zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Kanaren in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen bei[1].
Laut Quelle dient die Auswahl von Persönlichkeiten wie Viera y Viera dazu, das Vergessen und die Manipulation historischer Biografien zu korrigieren, die mitunter durch die Interessen der insularen Oligarchien verzerrt wurden[1]. Reyes González schlägt eine Methodik vor, die auf der Zusammenarbeit von Forschergruppen aus verschiedenen Inseln basiert, um Lebenswege und Beiträge von Persönlichkeiten wie Isaac Viera y Viera zu rekonstruieren, die Spuren im kollektiven Gedächtnis hinterlassen haben[1].
Isaac Viera y Viera wird im Zusammenhang mit anderen bekannten Lanzarote-Persönlichkeiten genannt, die die zeitgenössische Geschichte der Kanaren beeinflussten, darunter José Betancort Cabrera (Ángel Guerra), Manuel Déniz Caraballo, Benito Pérez Armas, die Brüder Zerolo Herrera und Francisco Fernández de Bethencourt[1]. Sie alle wurden im 19. Jahrhundert geboren und starben im 20. Jahrhundert, einige blieben auf der Insel, andere wanderten hauptsächlich nach Europa oder Amerika aus, um neue kulturelle Erfahrungen zu sammeln[1].
Die Quelle betont, dass, obwohl keine detaillierte Analyse des Privatlebens oder der Werke von Viera y Viera vorliegt, seine Aufnahme in die Erinnerungskultur durch seine Beteiligung am intellektuellen und kulturellen Leben der Kanaren während einer von Debatten über Regionalismus, Autonomie und kanarische Identität geprägten Epoche gerechtfertigt ist[1]. Diese Zeit war von Bewegungen wie dem kanarischen Regionalismus, Nationalismus, Africanismus und Autonomismus geprägt, die den Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert im Archipel bestimmten[1].
Die Emigration von Persönlichkeiten wie Isaac Viera y Viera bedeutete laut Quelle keinen Bruch mit ihrer Heimat; viele bewahrten lebendige Erinnerungen und Verbindungen zu Lanzarote und bereicherten nach ihrer Rückkehr die kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung der Insel[1]. Das kollektive Gedächtnis von Lanzarote und den Kanaren wurde so durch die Beiträge von Intellektuellen wie Viera y Viera genährt, die aktiv an der Gestaltung der insularen und regionalen Identität mitwirkten[1].
Abschließend stellt Isaac Viera y Viera nach Ansicht von Nicolás Reyes González ein Beispiel für einen lanzarotenischen Intellektuellen dar, dessen Lebensweg im Rahmen der kanarischen Erinnerungskultur wiederentdeckt und gewürdigt werden sollte, um das Verständnis für die kulturellen und gesellschaftlichen Prozesse der modernen Inselgeschichte zu fördern[1].
