Die Rolle der Kanarischen Kiefer in der Forstgeschichte der Kanarischen Inseln - Natur
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Die Kanarische Kiefer (Pinus canariensis) spielte eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung und Veränderung der Waldlandschaften der Kanarischen Inseln, sowohl durch ihre ökologische Anpassungsfähigkeit als auch durch ihre Beziehung zu menschlichen Aktivitäten seit vorspanischer Zeit[1].

Vor der Ankunft der ersten Siedler war die Kiefer auf wenig entwickelte Böden an steilen Schluchten beschränkt, von wo aus sie junge Lavafelder besiedelte, karge Böden bedeckte und die Trockenheit nutzte, um sich auszubreiten und mit Lorbeer- und Thermophilenwäldern zu konkurrieren[1]. Dank ihrer Fähigkeit zum Wiederaustrieb und ihrer Feuerresistenz dominierte die Kiefer große Flächen, insbesondere in Regionen mit sommerlicher Trockenheit[1].

Mit der Ankunft der Ureinwohner begann sich die Waldlandschaft zu verändern. Diese Völker, die keine wilden Pflanzenfresser kannten, brachten Vieh wie Ziegen und Schafe mit und nutzten Feuer, um den Wald zu öffnen und Weideflächen zu schaffen, was die natürliche Regeneration der Kiefer erschwerte[1]. Besonders in Kieferngebieten war der Einfluss durch Beweidung und selektive Brände groß, was die Ausbreitung des Waldes einschränkte und zur Degradierung der Vegetationsdecke führte[1].

Nach der europäischen Eroberung und Kolonisierung wurde die Nutzung der Kanarischen Kiefer intensiviert. Ihr Holz und Harz waren wichtige Ressourcen für Bau, Schiffbau und die Herstellung von Pech für die Abdichtung von Schiffen[1]. Die Rodung von Land für die Landwirtschaft und der Bedarf an Brennholz für Zuckerfabriken führten zu einem drastischen Rückgang der Kiefernwälder, insbesondere in niedrigen und leicht zugänglichen Gebieten[1].

Die Bedeutung der Kanarischen Kiefer spiegelt sich auch in der Toponymie der Inseln wider. Auf Gran Canaria gibt es beispielsweise 227 Ortsnamen, die sich auf die Kiefer beziehen, was sie zum bedeutendsten Baum der Insel macht, gefolgt von der Palme[1]. Namen wie “pinillos”, “pinaletes” oder “Pino Seco” zeigen den Prozess der Degradierung und Reduzierung des Waldbestandes, besonders an den südlichen Hängen und in tieferen Lagen[1].

Die Etymologie bestimmter Orte, wie Taidía auf Gran Canaria, steht im Zusammenhang mit dem Berberwort “tayda” für Kiefer, und der höchste Berg Teneriffas, der Teide, erscheint in alten Dokumenten als “Sierra de Teyda”, was auf eine alte Verbindung zwischen der Kiefer und diesen Ortsnamen hindeutet[1].

Im 20. Jahrhundert umfasste die Wiederherstellung der Waldflächen Aufforstungen mit Kanarischer Kiefer und anderen Arten, wobei der Druck auf die Kiefernwälder mit dem Rückgang der Landwirtschaft und dem Aufstieg des Tourismus abnahm[1]. Neuere Forstinventare zeigen eine Zunahme der Kiefernwaldfläche, aber die natürliche Regeneration bleibt in trockenen Gebieten und bei anhaltender Beweidung begrenzt[1].

Aufgrund ihrer Geschichte, Anpassungsfähigkeit und Präsenz in Kultur und Landschaft bleibt die Kanarische Kiefer ein zentrales Element zum Verständnis der forstlichen Entwicklung der Kanarischen Inseln[1].

Quellen

  • Fernando Pardo Navarro, Ángel Velasco Sánchez, Luis Gil Sánchez — La Transformación Histórica del Paisaje Forestal en Canarias (2007)
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