Bencomia: Eine botanische Gattung zu Ehren des letzten indigenen Königs von Teneriffa
In ihrem Werk Histoire naturelle des îles Canaries beschreiben Philip Barker Webb und Sabin Berthelot die botanische Gattung Bencomia, die für die Kanarischen Inseln endemisch ist, und erläutern, dass der Name zu Ehren von Bencomo, dem letzten autonomen König der Ureinwohner Teneriffas, gewählt wurde[1].
Ursprung des Namens Bencomia
Webb und Berthelot geben an, dass der Name Bencomia “en memoriam ultimi Nivariensium autonomorum regis Bencomi, Tinerfii cognomine Magni gentis ut fertur conditoris abnepotis” gewählt wurde – also zum Gedenken an den letzten autonomen König der Ureinwohner Teneriffas, Bencomo, der laut Überlieferung Enkel des Dynastiegründers war[1].
Der Text berichtet, dass Bencomo seinen Sitz im fruchtbaren Tal von Taoro und im Ort Orotava hatte und sowohl von seinem Volk als auch von den Eroberern geschätzt wurde, die ihn als “clemens atque humanus” (milde und menschlich) auch gegenüber Feinden beschrieben[1].
Historischer Kontext laut Quelle
Webb und Berthelot ordnen Bencomo in den Kontext der Eroberung Teneriffas ein. Er habe zwei Jahre lang sein Territorium verteidigt, einen Sieg in der Schlacht von Acentejo errungen (woher der Name der Gemeinde La Matanza stammt) und sei schließlich in der Nähe des heutigen La Victoria besiegt worden[1].
Nach der Niederlage wurden Bencomo und sein Bruder Tinguaro gefangen genommen und auf die Iberische Halbinsel gebracht. Laut Quelle wurde Bencomo den Katholischen Königen vorgestellt und später nach Rom und Venedig gebracht, wo er starb. Tinguaro soll sich während der Reise das Leben genommen haben[1].
Botanische Beschreibung der Gattung Bencomia
Webb und Berthelot beschreiben Bencomia als eine Gattung kanarischer Sträucher mit unpaarig gefiederten, gezähnten Blättern und langen, achselständigen Blütenähren. Die Autoren heben die zweihäusigen Blüten (männliche und weibliche auf getrennten Pflanzen) und die im Kelch eingeschlossenen Früchte hervor[1].
Zu den beschriebenen Arten zählen Bencomia caudata und Bencomia moquiniana, beide endemisch auf Teneriffa und weiteren Inseln, mit Vorkommen in Gebirgsregionen und feuchten Tälern. Die Beschreibung umfasst Details zu Blättern, Blütenständen und Früchten sowie botanische Illustrationen[1].
Wissenschaftliche und kulturelle Bedeutung
Die Entscheidung von Webb und Berthelot, diese Gattung nach Bencomo zu benennen, zeigt das Interesse der Naturforscher des 19. Jahrhunderts, die lokale Flora mit der Geschichte und bedeutenden Persönlichkeiten der Inseln zu verknüpfen. Das Werk unterstreicht die Einzigartigkeit der kanarischen Flora und die Bedeutung ihrer Erforschung und Erhaltung aus der Sicht der damaligen Zeit[1].
