Sponsoring in der Lucha Canaria: Formen, Herausforderungen und Chancen (2006/07) - Kultur
Originalbild herunterladen
Kultur
Lucha CanariaSponsoringSportmarketingGran Canariakanarische Kultur

Sponsoring in der Lucha Canaria: Formen, Herausforderungen und Chancen (2006/07)

Sponsoring war laut Emmerichs ein zentrales Element der Finanzierung von Lucha-Canaria-Clubs und -Verbänden, insbesondere auf Gran Canaria in der Saison 2006/07[1]. Für die Clubs stammten bis zu 80 % der Gesamteinnahmen von Sponsoren, was die Bedeutung dieses Marketinginstruments unterstreicht[1].

Hauptformen des Sponsorings

Eine der sichtbarsten Sponsoring-Formen ist das Namenssponsoring, bei dem der Sponsor im offiziellen Clubnamen erscheint. Emmerichs dokumentiert, dass in der Saison 2006/07 fast alle Lucha-Canaria-Clubs auf Gran Canaria von einem privaten Unternehmen unterstützt wurden, das das Recht erhielt, seinen Markennamen im offiziellen Clubtitel zu führen[1]. Beispielsweise trugen Teams wie Castillo, Tinamar oder Maninidra die Namen von Bau- oder Dienstleistungsunternehmen. Lediglich der C.L. Adargoma hatte in den fünf Jahren vor der Studie zeitweise keinen Titelsponsor[1].

Emmerichs hebt zudem hervor, dass die Sponsoren häufig wechseln: In den analysierten fünf Jahren wechselten die meisten Erstligaclubs mindestens einmal ihren offiziellen Sponsor. Laut der von Emmerichs zitierten Fachliteratur kann dies das Hauptziel des Sponsorings – die Steigerung der Markenbekanntheit – erschweren, da dafür Beständigkeit und eine Mindestdauer von fünf Jahren erforderlich sind[1].

Eine weitere wichtige Form ist das Sponsoring von Wettbewerbsnamen. In der Saison 2006/07 hatten alle Mannschaftswettbewerbe der Senioren-, Jugend- und Kadettenkategorien Sponsoren im Titel, sei es von privaten Unternehmen oder öffentlichen Institutionen[1]. Zu den bekanntesten Beispielen zählen das Turnier La Caja de Canarias und die Liga Cabildo de Gran Canaria. Die Einnahmen aus diesen Sponsorings machten etwa 50 % aller Einnahmen des Inselverbandes aus[1].

Werbung auf Kleidung und bei Veranstaltungen

Sponsoring zeigte sich auch auf der Sportkleidung. Die Clubs erlaubten mehrere Logos auf ihren Trikots und Hosen, wobei der größte Platz dem Hauptsponsor vorbehalten war, aber auch andere große Logos zugelassen wurden[1]. Emmerichs beobachtet, dass einige Clubs in einem einzigen Wettkampf Trikots aus verschiedenen Saisons nutzten, was zu Verwirrung über den aktuellen Hauptsponsor führte und die Werbewirkung minderte[1].

In den Terreros wurde Werbung hauptsächlich auf statischen Banden präsentiert. Die Anzahl der Banden variierte stark zwischen den Clubs: Der C.L. Adargoma platzierte 39 Banden in seiner Arena, während andere Clubs nur wenige hatten[1]. Laut Emmerichs sinkt die Werbewirkung, je mehr Banden auf engem Raum angebracht werden.

Herausforderungen und Chancen

Emmerichs identifiziert mehrere Herausforderungen beim Sponsoring in der Lucha Canaria. Dazu zählen die fehlende Beständigkeit der Verträge, die meist nur für eine Saison abgeschlossen werden, sowie die sehr langen Clubnamen durch die Aufnahme von zwei Sponsoren, was die Markenidentifikation erschwert[1]. Zudem begrenzt die geringe mediale Präsenz der Lucha Canaria im Fernsehen und in der Presse die Reichweite und den Wert des Sponsorings.

Nichtsdestotrotz betont der Autor, dass die Lucha Canaria eine große Bandbreite an Sponsoringmöglichkeiten und ein dankbares Umfeld bietet, in dem Sponsoren als Retter des traditionellen Sports angesehen werden[1]. Auch das Engagement ausländischer Unternehmen ist willkommen, insbesondere angesichts der Schwierigkeiten der Clubs, Unterstützung zu finden.

Zusammenfassend war das Sponsoring in der Lucha Canaria in der Saison 2006/07 laut Emmerichs für das Überleben und die Entwicklung der Clubs unerlässlich, auch wenn es organisatorische, beständige und mediale Herausforderungen gab[1].

Quellen