Die Herrschaftliche Eroberung der Kanaren: Normannen, Macht und Gesellschaft - Geschichte
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Geschichte
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Kurz gesagt

Erfahren Sie, wie die herrschaftliche Eroberung unter Führung der Normannen Jean de Béthencourt und Gadifer de La Salle die Kanarischen Inseln und ihre Gesellschaft grundlegend veränderte.

Die Herrschaftliche Eroberung der Kanaren: Normannen, Macht und Gesellschaft

Die Geschichte der Kanarischen Inseln ist eng mit zwei Eroberungsmodellen verbunden: der herrschaftlichen und der königlichen Eroberung. Im Mittelpunkt dieses Artikels steht die herrschaftliche Eroberung, die von normannischen Abenteurern und mit Unterstützung europäischer Königreiche durchgeführt wurde und die Gesellschaft der Inseln nachhaltig prägte[1].

Die Rolle der Normannen: Béthencourt und La Salle

1402 starteten Jean de Béthencourt und Gadifer de La Salle von der Normandie aus ihre Expedition zu den Kanaren. Ihr Ziel war es, wertvolle Ressourcen wie Orchilla (ein begehrter Naturfarbstoff) und Sklaven zu gewinnen. Béthencourt verfolgte wirtschaftliche Interessen, während La Salle nach Macht strebte. Nach der Landung auf Lanzarote trafen sie auf eine durch frühere Sklavenüberfälle dezimierte Bevölkerung. Die Majos, die Ureinwohner der Insel, leisteten keinen Widerstand, und Béthencourt schloss mit König Guadarfía ein Abkommen, das die Einheimischen unter seinen Schutz stellte[1].

Aufstände und Machtsicherung

Nach der Besetzung Lanzarotes wandten sich die Normannen Fuerteventura zu, wo sie auf stärkeren Widerstand stießen. La Salle musste sich sowohl gegen Aufstände seiner eigenen Männer als auch gegen die indigene Bevölkerung behaupten. 1405 ergaben sich schließlich die Stammesführer Guise und Ayose und wurden getauft – der Beginn der europäischen Herrschaft auf der Insel. Auf El Hierro landete Béthencourt ohne Widerstand, unterstützt durch eine Vereinbarung mit einem zuvor gefangenen Einheimischen[1].

Herrschaft und gesellschaftlicher Wandel

Im herrschaftlichen Eroberungsmodell wurden die Eroberer zu neuen Grundherren, die das Land unter ihren Gefolgsleuten gegen Abgaben aufteilten. Diese neue Ordnung führte zu tiefgreifenden sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen. Indigene, die mit den Eroberern kooperierten, erhielten kleine Parzellen, die Mehrheit verlor jedoch ihre Rechte und musste sich neuen Gesetzen, Glaubensvorstellungen und Lebensweisen unterwerfen[1].

Konflikte und Widerstand

Nicht alle Inseln ließen sich leicht unterwerfen. Auf La Palma, Gran Canaria und Teneriffa scheiterten die ersten Versuche der herrschaftlichen Eroberung an heftigem Widerstand der Einheimischen. So wurde 1447 Guillén Peraza auf La Palma von den Palmeros unter König Echedey getötet. Auf La Gomera führte die zunächst friedliche Angliederung 1488 zur Rebellion der Gomeros, bei der Hernán Peraza starb und viele Einheimische versklavt wurden[1].

Das Erbe der herrschaftlichen Eroberung

Die herrschaftliche Eroberung hinterließ tiefe Spuren auf den Kanaren. Die Normannen und ihre Nachfolger schufen eine neue Gesellschaftsordnung, führten neue Glaubenssysteme ein und veränderten die Landschaft. Dennoch überlebten Elemente der indigenen Kultur und verschmolzen mit europäischen Einflüssen – sichtbar in Ortsnamen, Traditionen wie dem Silbo Gomero, dem kanarischen Ringkampf und dem Gofio[1].

Die herrschaftliche Eroberung ist ein Schlüsselkapitel, um den Wandel der Kanaren von isolierten Inseln zu einem Teil der europäischen und atlantischen Geschichte zu verstehen.

Häufig gestellte Fragen

Was war die herrschaftliche Eroberung der Kanaren?

Es war ein Eroberungsmodell, das von normannischen Abenteurern mit Unterstützung europäischer Königreiche getragen wurde und bei dem die Eroberer zu neuen Grundherren wurden, die das Land unter ihren Gefolgsleuten gegen Abgaben aufteilten.

Wer waren Jean de Béthencourt und Gadifer de La Salle?

Es waren zwei Normannen, die 1402 von der Normandie aus ihre Expedition zu den Kanaren starteten, um wertvolle Ressourcen wie Orchilla und Sklaven zu gewinnen: Béthencourt verfolgte wirtschaftliche Interessen, während La Salle nach Macht strebte.

Wie wurde Fuerteventura erobert?

Mit stärkerem Widerstand: La Salle musste sich gegen Aufstände seiner eigenen Männer und der indigenen Bevölkerung behaupten; 1405 ergaben sich die Stammesführer Guise und Ayose und wurden getauft, was den Beginn der europäischen Herrschaft auf der Insel bedeutete.

Warum scheiterten die ersten Versuche auf La Palma, Gran Canaria und Teneriffa?

An dem heftigen Widerstand der Einheimischen: auf diesen Inseln scheiterten die ersten Versuche, und 1447 wurde Guillén Peraza auf La Palma von den Palmeros unter König Echedey getötet.

Welche Folgen hatte die Rebellion der Gomeros?

Die Angliederung La Gomeras erfolgte zunächst friedlich, führte aber 1488 zur Rebellion der Gomeros, bei der Hernán Peraza starb und viele Einheimische versklavt wurden.

Quellen

  • Zebensui López Trujillo (coord.) — Historia y Patrimonio de Canarias, Vol. 2: Conquista y colonización del archipiélago (Primaria) (2020)
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