Die archäologische Fundstätte La Cerera in Arucas, Gran Canaria, ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Institutionen, Unternehmen und der lokalen Nachbarschaft entscheidend zum Schutz und zur Aufwertung archäologischen Erbes beitragen kann[1]. Die Entdeckung erfolgte während des Baus des Sitzes der Nachbarschaftsvereinigung Guanche, wobei die wissenschaftliche und kulturelle Bedeutung des Ortes rasch erkannt wurde. Es handelt sich um einen von vorspanischen Gemeinschaften bewohnten Siedlungsplatz im alten Gebiet von Arucas[1].
Laut Pedro González Quintero, Marco A. Moreno Benítez und Antonio M. Jiménez Medina (Hrsg.) war die Zusammenarbeit von Institutionen, Unternehmen und Nachbarschaft entscheidend, um die Interessen der verschiedenen beteiligten Gruppen in Einklang zu bringen. Die Forderungen der Anwohner nach einem Sozialzentrum wurden mit den Interessen der Forscher, die neue Dokumentationen zur Rekonstruktion der Vergangenheit von Arucas erhielten, und mit denen der Öffentlichkeit, die Zugang zur Stätte und zu historischen Informationen erhielt, vereint[1].
Die archäologischen Arbeiten in La Cerera wurden durch die Unterstützung des Rathauses von Arucas, des Cabildo von Gran Canaria, der Regierung der Kanarischen Inseln und des Unternehmens UNELCO sowie durch die Koordination der Universität von Las Palmas de Gran Canaria ermöglicht[1]. Diese Zusammenarbeit ermöglichte nicht nur die Ausgrabung und Dokumentation, sondern auch die museale Erschließung und öffentliche Zugänglichkeit des Fundortes. Damit wurde gezeigt, dass die Integration von Kulturgütern in den Alltag einen Mehrwert für die Gesellschaft darstellt[1].
Der Ausgrabungsprozess wurde von der Nachbarschaftsvereinigung Guanche aktiv unterstützt, die bedingungslosen Zugang zum Höhlenbereich für die archäologischen Arbeiten gewährte, auch wenn dies eine vorübergehende Unterbrechung des Baus des Sozialzentrums bedeutete[1]. Die Anwohner zeigten große Geduld und Kooperationsbereitschaft, was von den Autoren ausdrücklich hervorgehoben und gewürdigt wird[1].
Die Erfahrung von La Cerera zeigt laut den Herausgebern, dass der Schutz des kulturellen Erbes keine isolierte Aufgabe sein kann, sondern die Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen erfordert[1]. Auch die Mitwirkung von Absolventen, Studierenden und Doktoranden bei der Ausgrabung und Materialanalyse war für den Erfolg des Projekts von grundlegender Bedeutung[1].
Zusammenfassend zeigt das Beispiel La Cerera, dass die Zusammenarbeit zwischen Institutionen, Unternehmen und Nachbarschaft der Schlüssel zum Schutz und zur Vermittlung archäologischen Erbes ist, sodass diese Orte für die gesamte Gesellschaft zugänglich und erlebbar werden[1].
