
Literarische Figur von Taoro
Eine Figur der literarischen Tradition der Eroberung Teneriffas. Antonio de Viana machte sie als Infantin von Taoro bekannt, die mit Kapitän Castillo verbunden ist; ihre biografische Historizität ist jedoch umstritten.
Literarische Figur von Taoro · tradición literaria del siglo XV

Literarische Figur von Taoro
Eine Figur der literarischen Tradition der Eroberung Teneriffas. Antonio de Viana machte sie als Infantin von Taoro bekannt, die mit Kapitän Castillo verbunden ist; ihre biografische Historizität ist jedoch umstritten.
Dácil gehört vor allem zur literarischen Tradition der Eroberung Teneriffas. Die einflussreichste Fassung stammt aus dem Gedicht Antonio de Vianas, in dem sie als Infantin von Taoro erscheint, verbunden mit Kapitän Gonzalo García del Castillo. Die kritischen Studien von Cioranescu und Padorno empfehlen, diese Episode als poetische und symbolische Konstruktion zu lesen, nicht als dokumentierte Biografie.
Dacíls kulturelle Wirkung erklärt sich aus ihrer Rolle im kanarischen Gedächtnis: Sie verkörpert das literarische Motiv der Begegnung zwischen indigener und kastilischer Welt, die Debatte über Mestizaje und die moderne Wiederverwendung guanchischer Namen. Es gibt jedoch keine ausreichende Grundlage, um sicher zu behaupten, sie sei die historische Tochter Bencomos gewesen, um 1460 geboren worden oder habe Castillo geheiratet.
Ihre Figur gehört daher zur literarischen Rezeption und zum kulturellen Gedächtnis. Ihr historisches Interesse liegt darin, wie sie von Vianas Epos bis zur modernen kanarischen Historiografie und Identität vorgestellt, weitergegeben und diskutiert wurde.