ZeitgenössischGeschichte20. JahrhundertStadtgeschichte und Wissenschaftskultur

Historiker, Essayist und Kulturverwalter

Er erforschte die Stadtgeschichte von Las Palmas und wissenschaftliche Reisen auf die Kanaren. Seine Laufbahn umfasst die Leitung von Zeitschriften, die Präsidentschaft von El Museo Canario und politische Aufgaben in der kanarischen Regierung und im Senat.

Frühe Jahre

Alfredo Herrera Piqué wurde 1937 in Las Palmas de Gran Canaria geboren. Als Historiker, Essayist und Schriftsteller entwickelte er eine Laufbahn, die Stadtforschung, Kulturjournalismus und politische Aufgaben miteinander verbindet. Seine Arbeiten behandeln die Geschichte der Stadt, das Kulturerbe der Inseln und die Anwesenheit von Reisenden und Naturforschern auf den Kanaren. Der Jahresbericht der Fundación César Manrique beschreibt eine beständige Beteiligung am kulturellen Leben des Archipels. Dazu gehörten Verwaltung, Schreiben und öffentliche Diskussionen, die unterschiedliche Bereiche des Wissens zusammenführten.

Historische Rolle

Seine journalistische Tätigkeit ist seit 1965 dokumentiert. Von 1973 bis 1991 leitete er die Kulturzeitschrift Aguayro; außerdem war er Direktor der Wochenzeitung Sansofé. Die Untersuchung von Enrique Armando Perera García zu dieser Publikation ordnet Herrera deren zweiter Phase zu. Sie behandelt seine Mitarbeit an einem regionalistisch ausgerichteten journalistischen Projekt in der späten Zeit der Franco-Diktatur. Die Dissertation dokumentiert sein Auftreten als kommissarischer Direktor im Jahr 1970 und berücksichtigt Aussagen zur Ausrichtung des Wochenblatts. Diese redaktionellen Aufgaben gehören neben seinen Beiträgen für die kanarische Presse zu seiner beruflichen Biografie.

Historische Forschung bildet einen weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit. Zu seinen Veröffentlichungen zählen La ciudad de Las Palmas, noticia histórica de su urbanización von 1978, Canarias, escala en la exploración científica de los continentes exóticos von 1982 und Tesoros del Museo Canario von 1990. Die Titel zeigen sich ergänzende Interessen: die Entstehung der Stadt, die Verbindung der Inseln mit wissenschaftlichen Reisen und die Kenntnis von Sammlungen des Kulturerbes. Er nahm auch an den Coloquios de Historia Canario Americana teil. Seine Publikationen standen damit in Beziehung zu einem Forum für den Austausch zwischen Forschenden.

Als Kulturverwalter war er Präsident von El Museo Canario und Kulturminister der Regierung der Kanarischen Inseln. Die herangezogenen Quellen bestätigen beide Funktionen. Die vollständigen Daten seiner Präsidentschaft im Museum werden hier jedoch nicht festgelegt, da sie noch genauer zu klären sind. Im spanischen Senat vertrat er Gran Canaria für die PSOE während der dritten und vierten Legislaturperiode. Das amtliche Profil verzeichnet seinen Eintritt im Juli 1988 als Nachfolger von Juan Rodríguez Doreste. Es dokumentiert außerdem seine Mitarbeit in Ausschüssen für Haushalt, autonome Gemeinschaften und den interterritorialen Ausgleich.

Im Mai 2007 sprach er im Foro Archipiélago der Fundación César Manrique. Sein Vortrag trug den Titel Pasión y aventura en la ciencia de las Luces. Der Bericht über die Veranstaltung hält sein Eintreten für Wissenschaft und Natur als Bestandteile der Kultur fest und beschreibt sein Interesse an wissenschaftlichen Reisenden des achtzehnten Jahrhunderts. 2008 verlieh ihm der Stadtrat von Las Palmas de Gran Canaria den Ehrentitel Hijo Predilecto. Der Beschluss ist im Protokoll der Ratssitzung vom 9. Juni erhalten.

Vermächtnis

Im Juni 2019 stellte er La Plaza Mayor Institucional de Santa Ana im Rathaus vor. Die städtische Mitteilung gibt seine Bemerkungen zum Platz und dessen Erhaltung wieder. 2023 erinnerte die Stadtverwaltung an die Studie, die er für den 2007 beim Kulturministerium eingereichten Antrag zu Vegueta-Triana erarbeitet hatte. Seine dokumentierte Laufbahn verbindet damit historisches Schreiben, redaktionelle Vermittlung und die Beteiligung an Diskussionen über das Erbe der Stadt.

Quellen und Abgleich