Vulkanischer Ursprung der Kanarischen Inseln: Prozesse und Strukturen
Die Kanarischen Inseln sind das Ergebnis einer komplexen geologischen Geschichte, die vom Vulkanismus geprägt ist. Ihr Ursprung wird vor allem durch die Plattentektonik erklärt, die die Kräfte beschreibt, welche für die Entstehung der kanarischen Magmen und den Aufbau des Archipels verantwortlich sind [1].
Entstehung des Archipels
Die am weitesten akzeptierte Theorie zum Ursprung der Kanaren basiert auf der Dynamik der Erdplatten. Der Prozess beginnt mit der Bildung und Zerstörung von Kruste im Nordatlantik, wobei der Mittelatlantische Rücken eine zentrale Rolle spielt. Die auf die Afrikanische Platte wirkenden Kräfte begünstigen das Aufsteigen von Magmen, die beim Austritt die Inseln formen [1].
Die Entwicklung der ozeanischen Kruste im Bereich der Kanaren lässt sich anhand von Karten und schematischen Schnitten nachvollziehen, die zeigen, wie sich über Millionen von Jahren vulkanische Materialien ansammelten und die heutigen Inseln bildeten [1].
Inselaufbau: Eruptionen und Erosion
Der Vulkanismus war der wichtigste gestaltende Faktor der Inseln, unterbrochen von Phasen, in denen die Erosion dominierte. Historische Eruptionen und die Überlagerung von Kegeln und Lavaströmen ermöglichen Schätzungen zur konstruktiven Leistung des Vulkanismus über eine Million Jahre [1].
Die Caldera de Taburiente auf La Palma ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie Erosion das vulkanische Relief verändert und es ermöglicht, die eruptive und erosive Geschichte der Insel anhand ihrer Strukturen zu rekonstruieren [1].
Eruptionsarten und vulkanische Produkte
Auf den Kanaren überwiegen basaltische Eruptionen, die Strukturen wie Vulkankegel, Lavaströme und Lavaröhren erzeugen. Diese Eruptionen erfolgen häufig entlang von Spalten und bilden so Kegel- und Dike-Reihen, die in Klippen und typischen Landschaften des Archipels sichtbar sind [1].
Säurehaltige oder viskose Eruptionen, häufiger auf Gran Canaria, Teneriffa und La Gomera, zeichnen sich durch sehr dicke Lavaströme und die Bildung großer Vulkanschlote (Roques) aus. Sind diese Eruptionen reich an Gasen, können sie zu heftigen Explosionen und Ablagerungen von Bimsstein oder pyroklastischen Strömen führen [1].
Sichtbare vulkanische Strukturen
Zu den auffälligsten Strukturen zählen symmetrische und asymmetrische Vulkankegel, Hornitos, Dikes, “aa”- und “pahoehoe”-Lavaströme sowie Lavaröhren und säulenförmige Absonderungen. Diese Formen sind an Orten wie Timanfaya (Lanzarote), Los Gigantes (Teneriffa) oder der Caldera de Taburiente (La Palma) zu beobachten [1].
Die Erosion hat Klippen, marine Plattformen und das Freilegen innerer Strukturen wie Dikes und Schlote hervorgebracht und so die landschaftliche Vielfalt der Inseln bereichert [1].
Nutzung vulkanischer Materialien
Vulkanische Gesteine werden traditionell als Baumaterial verwendet, doch ihre Nutzung muss geplant erfolgen, um die Zerstörung der Landschaft zu vermeiden, die als wichtige Ressource für Tourismus und Wirtschaft gilt [1].
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ursprung und Entwicklung der Kanarischen Inseln von vulkanischen Prozessen geprägt sind, die eine große Vielfalt an Strukturen und Landschaften hervorgebracht haben, die heute im gesamten Archipel sichtbar sind [1].
