
Plutarch berichtet in der Vita des Sertorius (8–9), dass der römische Feldherr die Meerenge von Gades durchquerte und nahe der Mündung des Baetis an Land ging. Dort hörte er Seeleute, die gerade von zwei Atlantikinseln zurückgekehrt waren, den Inseln der Seligen. Dem Bericht zufolge trennte sie eine schmale Meerenge; von Afrika seien sie 10.000 Stadien entfernt gewesen. Die Seeleute beschrieben ein mildes Klima, fruchtbares Land und reichlich Früchte und verbanden die Inseln mit Homers Elysischen Gefilden. Es handelt sich um eine literarische Überlieferung von Seefahrerberichten, nicht um einen Beleg dafür, dass Sertorius auf den Kanaren landete. Welche heutigen Inseln gemeint waren, legt die Passage nicht fest. Da der Text kein bestimmtes Jahr für die Begegnung nennt, wird nur das Jahrhundert angegeben.
Quellen
- José María Blázquez Martínez, La explotación de la púrpura en las costas atlánticas de Mauritania Tingitana y Canarias. Nuevas aportaciones (2004)[↗]
- Alicia García García, Una aproximación al texto 202-205 del libro VI de Plinio el Viejo sobre las Fortunatae Insulae (2007)[↗]
- Plutarco, Vida de Sertorio, 8–9[↗]