Neoklassischer Fabeldichter und Poet, geboren in Puerto de la Cruz. Autor der "Literarischen Fabeln" und bedeutende Persönlichkeit der spanischen Aufklärung.
Tomás de Iriarte wurde am 18. September 1750 in Puerto de la Cruz, Teneriffa geboren. Er entstammte einer gebildeten Familie mit wichtigen Verbindungen am spanischen Hof: sein Onkel Juan de Iriarte war Königlicher Bibliothekar und anerkannter Hellenist. Mit vierzehn Jahren ging er nach Madrid, um seine Ausbildung zu vervollständigen, und kehrte nie auf die Kanarischen Inseln zurück. In der Hauptstadt wurde er zu einer zentralen Figur des literarischen und intellektuellen Lebens des spanischen 18. Jahrhunderts.
Er arbeitete als Übersetzer in der Secretaría de Estado und war Archivar der Secretaría de la Interpretación de Lenguas, was ihm privilegierten Zugang zur europäischen Kultur verschaffte. Er übersetzte Werke von Voltaire, Metastasio und anderen Aufklärungsautoren. Sein bekanntestes Werk sind die «Fábulas literarias» (1782), eine Sammlung von 76 Versfabeln, die Tiere verwenden, um die Laster der Literaturwelt zu kritisieren und die ästhetischen Prinzipien des Neoklassizismus zu verteidigen. Sie wurden in mehrere Sprachen übersetzt und brachten ihm internationalen Ruhm.
Als scharfer Polemiker und Verteidiger des Neoklassizismus gegen das Barocktheater führte er laute literarische Streitigkeiten mit Zeitgenossen wie Forner. Er schrieb auch das Lehrgedicht «La música» (1779), das erste Werk auf Kastilisch, das ausschließlich der Musiktheorie gewidmet ist. Er starb am 17. September 1791 in Madrid, kaum 40 Jahre alt. Seine Frühreife und Vielseitigkeit machen ihn zu einer der glänzendsten Figuren der spanischen Aufklärung.