María Viera y Clavijo
ContemporáneaLiteratur18. JahrhundertKanarische Lyrik der Aufklärung

Dichterin und Bildhauerin

María Joaquina Viera y Clavijo wurde am 27. März 1737 in Puerto de la Cruz geboren. Sie starb am 25. September 1819 in Las Palmas de Gran Canaria. Als Dichterin und Bildhauerin gilt sie wegen Umfang, Vielfalt und Wirkung ihrer Verse als eine der ersten Autorinnen der kanarischen Literatur.

Frühe Jahre

Sie wuchs in einer wohlhabenden Familie auf und konnte eine für Frauen ihrer Zeit ungewöhnliche Bildung erhalten. In La Laguna pflegte sie ihre Eltern und bewegte sich in einem aufgeklärten Umfeld um ihren Bruder José de Viera y Clavijo. Ab 1784 lebte sie in Las Palmas de Gran Canaria, wo sie ihre Geschwister begleitete und bis zu ihrem Tod blieb.

Historische Rolle

Ihre Lyrik behandelt religiöse, volkstümliche, historische und politische Themen. Sie schrieb auch satirische und sozialkritische Verse, darunter Vejamen a las presumidas modistas, sowie Texte für bestimmte Anlässe und zur Verbreitung unter Freunden. Zu Lebzeiten veröffentlichte sie kein Buch: Ihre Gedichte überlebten in Familienpapieren und Handschriften, und die Ausgabe Poesía von 2003 vereinte einen wesentlichen Teil des Korpus.

Vermächtnis

Neben dem Schreiben lernte sie bei José Rodríguez de la Oliva Bildhauerei und arbeitete in seiner Werkstatt. Quellen belegen diese Praxis, doch sind heute keine Skulpturen erhalten, die ihr mit Sicherheit zugeschrieben werden können. Diese materielle Grenze mindert nicht das Interesse einer für eine kanarische Frau des 18. Jahrhunderts außergewöhnlichen künstlerischen Tätigkeit, die mit ihren Versen und den aufgeklärten Kreisen Teneriffas und Gran Canarias im Dialog steht.

Zeitleiste

  1. 1737Geboren in Puerto de la Cruz, Teneriffa.
  2. 1784Lässt sich mit ihren Geschwistern in Las Palmas de Gran Canaria nieder.
  3. 1819Stirbt in Las Palmas de Gran Canaria.
  4. 2003Die Ausgabe Poesía erscheint und versammelt einen bedeutenden Teil ihrer Verse.

Quellen und Abgleich