
Ehemaliger Regierungspräsident der Kanaren und Europaabgeordneter
Fernando Fernández Martín wurde 1987 Regierungspräsident der Kanaren und war später Mitglied des Europäischen Parlaments.
Ehemaliger Regierungspräsident der Kanaren und Europaabgeordneter · 1943–Heute

Ehemaliger Regierungspräsident der Kanaren und Europaabgeordneter
Fernando Fernández Martín wurde 1987 Regierungspräsident der Kanaren und war später Mitglied des Europäischen Parlaments.
Fernando Fernández Martín wurde am 29. Mai 1943 in Santa Cruz de La Palma geboren. Seine öffentliche Laufbahn entwickelte sich im Rahmen der autonomen Institutionen der Kanarischen Inseln und später auf europäischer Ebene. Am 30. Juli 1987 wurde er nach seiner Wahl durch das Regionalparlament gemäß dem im Autonomiestatut der Kanarischen Inseln festgelegten Verfahren zum Präsidenten der Regierung der Kanarischen Inseln ernannt. Dieses Statut, das seit dem 16. August 1982 in Kraft ist, sieht vor, dass der Präsident vom Parlament gewählt und vom König ernannt wird. Zu den Aufgaben gehören die Ernennung des Vizepräsidenten und der Regierungsmitglieder, die Leitung und Koordinierung der Regierungsarbeit sowie die Vertretung der autonomen Gemeinschaft. Fernández Martín übernahm das Amt in diesem institutionellen Rahmen und erfüllte die dem Präsidenten der autonomen Gemeinschaft zugewiesenen Aufgaben von seiner Ernennung bis zu seiner Abberufung.
Schon vor seiner Präsidentschaft war Fernández Martín als Abgeordneter der Gruppe Centro Democrático-CDS im kanarischen Parlament tätig. Im Dezember 1983 fragte er den Finanzminister nach den Einlagen, in denen die Mittel der autonomen Gemeinschaft verwahrt wurden. Im Mai 1984 legte er einen Antrag zur Gesundheitsversorgung auf den Kanaren vor, der aus einer früheren parlamentarischen Anfrage hervorgegangen war. Seine parlamentarische Arbeit umfasste damit finanzielle und gesundheitspolitische Fragen in den ersten Jahren der autonomen Institutionen. Beruflich leitete er 1992 den neurologischen Dienst des Hospital Universitario de Canarias. Eine Ausschreibung zur Personalauswahl führte ihn als Mitglied der Auswahlkommission für eine Stelle als Facharzt in der Neurologie auf. Diese medizinische Aufgabe gehörte zu einem Berufsweg, der Gesundheitsversorgung, parlamentarische Vertretung auf regionaler Ebene und Funktionen in europäischen Institutionen miteinander verband.
Fernández Martín war von 1987 bis 1989 Präsident der kanarischen Regierung. Das Dekret über seine Entlassung trägt das Datum des 28. Dezember 1988 und wurde am 3. Januar 1989 im spanischen Staatsanzeiger veröffentlicht. Das Amt des Präsidenten der Regierung der Kanarischen Inseln, wie im Autonomiestatut festgelegt, umfasst die Leitung und Koordinierung der Exekutive, die institutionelle Vertretung sowie die Ernennung der Regierungsmitglieder; der Präsident wird nicht durch direkte Volkswahl bestimmt.
Nach seiner Zeit in der Regionalregierung war Fernández Martín auf europäischer Ebene tätig. Er war Abgeordneter des Europäischen Parlaments und gehörte in der Legislaturperiode 2004–2009 der Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten) und Europäischer Demokraten (EVP-ED) sowie der Partido Popular an. In diesem Zeitraum war er Mitglied des Entwicklungsausschusses des Europäischen Parlaments, der sich mit Fragen der internationalen Zusammenarbeit und Entwicklung befasst. Außerdem war er stellvertretender Vorsitzender der Delegation für die Beziehungen zu den Ländern der Andengemeinschaft und nahm an den interparlamentarischen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und den Andenstaaten teil. Seit 2007 war er zudem Mitglied der Euro-Lateinamerikanischen Parlamentarischen Versammlung, einem Forum für den Dialog zwischen europäischen und lateinamerikanischen Parlamentariern. Diese Funktionen spiegeln seine Beteiligung an europäischen Institutionen und seine Beschäftigung mit internationalen Angelegenheiten wider, insbesondere im Bereich der Beziehungen zwischen Europa und Lateinamerika.