Der genuesische Seefahrer machte auf seinen vier Reisen nach Amerika Halt auf La Gomera und machte die Kanarischen Inseln zu einem strategischen Punkt auf der Atlantikroute.
Christoph Kolumbus wählte die Kanarischen Inseln als letzten europäischen Hafen, bevor er in den unbekannten Atlantischen Ozean vorstieß. Die Inseln boten konstante westliche Passatwinde, Süßwasser, Proviant und die Möglichkeit, Schiffe zu reparieren. Auf seiner ersten Reise (1492) machte er in La Gomera Halt, wo die Gouverneurin Beatriz de Bobadilla ihm Vorräte und, der Legende zufolge, eine romantische Beziehung bot. Er stach am 6. September 1492 ins Unbekannte in See.
Der kanarische Zwischenstopp wiederholte sich auf allen vier kolumbianischen Reisen. Kolumbus reparierte auf seiner ersten Überquerung in La Gomera das Ruder der Pinta. Auf der zweiten Reise (1493) machte er in Gran Canaria und La Gomera Halt. Auf der dritten (1498) durchquerte er die östlichen Inseln. Auf der vierten (1502) berührte er erneut Gran Canaria. Die Kanaren wurden so zum Tor Europas zur Neuen Welt, und ihre geographische Lage erwies sich als entscheidend bei der Gestaltung der atlantischen Handelsrouten.
Das kolumbianische Erbe lebt auf dem Archipel fort. Der Torre del Conde in San Sebastián de La Gomera, wo Kolumbus seine Flotte versorgte, ist heute ein historisches Denkmal. In Las Palmas de Gran Canaria beherbergt die Casa de Colón (auf dem Gelände, wo er möglicherweise logierte) ein bedeutendes Museum. Kolumbus verwandelte die Kanaren von einem Rand der bekannten Welt in das Nervenzentrum des Spanischen Imperiums.