Architekt aus Gran Canaria, der den modernen "kanarischen Stil" definierte. Zu seinen bedeutenden Werken gehören das Hotel Santa Catalina und zahlreiche Gebäude in Las Palmas.
Miguel Martín-Fernández de la Torre wurde 1894 in Las Palmas de Gran Canaria geboren. Er studierte Architektur in Madrid, schloss 1921 ab und kehrte nach Gran Canaria zurück, um der einflussreichste Architekt der Inseln im 20. Jahrhundert zu werden. In fast sechs Jahrzehnten beruflicher Tätigkeit prägte er die Stadtlandschaft von Las Palmas mit einer Sensibilität, die europäische Moderne mit der kanarischen Bautradition verband.
Sein ikonischstes Werk ist das Hotel Santa Catalina, 1890 erbaut und von ihm in den 1930er Jahren umgestaltet, das den Typ des herrschaftlichen Hotels mit Kolonialambiente, an den Atlantik angepasst, definierte. Aber sein Beitrag geht weit über dieses Gebäude hinaus: Er entwarf den Sitz der Zivilregierung, den Vegueta-Markt, den alten Flughafen Gando und Dutzende von Wohn- und Institutsgebäuden. Was Martín-Fernández de la Torre einbrachte, war eine Synthese zwischen dem europäischen Zwischenkriegs-Rationalismus und den plastischen Werten der kanarischen Volksarchitektur: die weißen Wände, die tiefen Öffnungen, die Holzgalerien.
Er starb 1980 und hinterließ ein materielles Erbe, das heute Gegenstand von Anerkennung und Denkmalschutz ist. Seine Gebäude wurden als Kulturdenkmäler eingestuft und mehrere wurden mit großer Sorgfalt saniert. Die Höhere Technische Schule für Architektur in Las Palmas würdigt sein Vermächtnis als Begründer einer inselspezifischen Architekturtradition.