Malerin aus Gran Canaria, eine der bedeutendsten Künstlerinnen der Kanarischen Inseln im 20. Jahrhundert. Pionierin der abstrakten Kunst auf den Inseln.
Lola Massieu wurde 1921 in Las Palmas de Gran Canaria in einer Familie von Intellektuellen und Künstlern geboren. Sie studierte an der Schule für Kunst und Handwerk in Las Palmas und erweiterte ihre Ausbildung später in Madrid. Ihr erster Kontakt mit der Malerei war der akademische Figuralismus, aber bald fühlte sie sich von den abstrakten Strömungen angezogen, die sich in Europa und Amerika entwickelten. In den 1950er Jahren reiste sie nach Paris, wo sie mit dem Informel und der lyrischen Abstraktion in Kontakt kam, die ihre Bildsprache endgültig verwandeln sollten.
Ihre Malerei ist durch eine Spannung zwischen dem Tellurischen und dem Kosmischen gekennzeichnet: große Farbflecken in vibrierenden Tönen, die Vulkanausbrüche, Meeresböden oder Galaxien evozieren. Sie nahm an zahlreichen internationalen Ausstellungen teil und wurde zu Lebzeiten als eine der einzigartigsten Stimmen der spanischen Abstraktion anerkannt. Ihr Werk steht im Dialog mit Meistern wie Antoni Tàpies oder Antonio Saura, besitzt aber eine unverkennbar atlantische, insulare Identität. Sie arbeitete mit gemischten Techniken, einschließlich Acrylfarben, Emails und Vulkanmaterialien.
Lola Massieu erhielt den Canarias-Preis für Bildende Kunst und war Gegenstand großer Retrospektiven im Atlantischen Zentrum für Moderne Kunst (CAAM) in Las Palmas. Sie starb 2007 und hinterließ ein umfangreiches Werk, das heute in öffentlichen und privaten Sammlungen in Spanien und international aufbewahrt wird. Das CAAM besitzt den bedeutendsten Bestand ihrer Produktion und ist der Hauptförderer ihres Erbes. Ihre Figur repräsentiert die Brücke zwischen der europäischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts und der kanarischen Künstleridentität.