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José de Viera y Clavijo
Eroberungs- und Kolonialzeit (1402-1821) Literatur 18. Jahrhundert Erster moderner Historiker der Kanarischen Inseln

Historiker, Naturforscher und Dichter. Er verfasste die erste moderne Geschichte der Kanarischen Inseln und das "Wörterbuch der Naturgeschichte der Kanarischen Inseln".

José de Viera y Clavijo wurde am 28. Dezember 1731 in Realejo Alto, Teneriffa geboren. Als Priester, Historiker, Naturforscher und Dichter war er die bedeutendste intellektuelle Figur der Kanarischen Inseln im 18. Jahrhundert. Am Seminar von La Laguna ausgebildet, reiste er 1770 als Sekretär des Marquis von Santa Cruz nach Madrid. In der Hauptstadt knüpfte er Kontakte zu aufklärerischen Kreisen und besuchte die Königliche Bibliothek und die fortschrittlichsten akademischen Umgebungen Spaniens.

Sein Hauptwerk sind die «Noticias de la Historia General de las Islas Canarias» (4 Bände, 1772–1783), die erste kritische und dokumentierte Geschichte des Archipels, die bis heute eine grundlegende Referenz für Historiker ist. Aber seine intellektuelle Neugier erstreckte sich auch auf die Naturwissenschaften: Das «Diccionario de Historia Natural de las Islas Canarias» (unvollendet, posthum veröffentlicht) beschreibt die Flora, Fauna, Geologie und Geographie des Archipels mit aufklärerischer wissenschaftlicher Strenge. Er schrieb auch Gedichte, Theater und Essays.

1784 wurde er zum Archidiakon von Fuerteventura an der Kathedrale von Las Palmas ernannt, wo er seine letzten Jahre umgeben von Büchern und europäischen Korrespondenten verbrachte. Er starb am 21. Februar 1813. Sein Porträt thront heute im Plenarsaal des Cabildo de Gran Canaria. Die Real Sociedad Económica de Amigos del País de Las Palmas, zu deren Gründung er beitrug, ist eines seiner dauerhaftesten institutionellen Vermächtnisse.

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