Letzter König von Gáldar. Nach seiner Taufe nahm er den Namen Fernando Guanarteme an und wirkte bei der Eroberung anderer Inseln mit.
Tenesor Semidán war der Guayre — König — des Distrikts Gáldar im Norden Gran Canarias, dem mächtigsten der Stadtstaaten, in die die Insel organisiert war. Er regierte über ein Volk, das eine bemerkenswerte soziale Organisation erreicht hatte, mit Steinhäusern, Gerstenanbau und einer komplexen rechtlichen und religiösen Struktur. Als die Kastilier 1478 die endgültige Eroberung Gran Canarias begannen, führte er den Widerstand an der Seite des Faicán Andamana und anderer Häuptlinge an.
1481 wurde er in der Schlacht von den Truppen Pedro de Veras gefangen genommen. Anstatt hingerichtet oder versklavt zu werden, wurde er an den Hof der Katholischen Könige in Sevilla geschickt. Die Begegnung mit den Monarchen und die Größartigkeit der spanischen Zivilisation beeindruckte ihn tief: Er konvertierte freiwillig zum Christentum und wurde mit dem Namen Fernando Guanarteme getauft, zu Ehren von Prinz Ferdinand.
Nach seiner Rückkehr nach Gran Canaria fungierte er als Vermittler zwischen den Eroberern und der widerstehenden kanarischen Bevölkerung. Er nahm auch an den Feldzügen auf La Palma und Teneriffa teil und nutzte sein Ansehen, um andere Anführer zur Kapitulation ohne Blutvergießen zu bewegen. Seine Figur ist zutiefst ambivalent: Für manche ein Held, für andere ein Kollaborateur — er verkörpert das menschliche Drama einer untergehenden Welt.