Wasser auf Fuerteventura: Die Geschichte eines ewigen Mangels - Geschichte
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Wasser auf Fuerteventura: Die Geschichte eines ewigen Mangels

Die Geschichte Fuerteventuras ist untrennbar mit dem Mangel an Wasser verbunden. Seit Jahrhunderten prägt die ständige Trockenheit das Leben, die Wirtschaft und die Gesellschaft der Insel. Wie der Historiker Viera y Clavijo schrieb, war das Fehlen von Wasser ein „häuslicher Feind, unendlich schrecklicher als alle Feinde der Krone“1.

Das Leben auf Fuerteventura drehte sich um die Hoffnung auf Regen und die Pflege der wenigen Quellen. Im Herbst und Winter bereitete man die Felder vor, im Frühjahr und Sommer wurden die Quellen gereinigt und instand gehalten, um Mensch und Vieh zu versorgen. In regenreichen Jahren flossen die Barrancos, die Ernten waren gut und das Vieh gedieh. In Dürrejahren jedoch herrschten Hunger, Verzweiflung und oft die erzwungene Auswanderung vieler Bewohner1.

Der Inselrat, das Cabildo, spielte eine zentrale Rolle im Wassermanagement. Über zwei Jahrhunderte hinweg zeigen die Protokolle eine ständige Sorge um die Reinigung und Erhaltung der Quellen. Es gab klare Regeln: Manche Quellen waren für den menschlichen Gebrauch, andere für das Vieh oder zum Waschen bestimmt. Die Quelle Río de Cabras, eine der wichtigsten, wurde regelmäßig von allen Nachbarn unter Aufsicht eines Regidores gereinigt. Wer sich weigerte, musste mit Geldstrafen oder sogar Gefängnis rechnen1.

Wassermangel führte auch zu Konflikten und List. Einige Bewohner versuchten, Quellen umzuleiten oder für sich zu beanspruchen, was das Cabildo zum Eingreifen zwang, um den gemeinschaftlichen Zugang zu sichern. Es wurden Systeme eingeführt, um die Nutzung für verschiedene Tiere und Menschen zu trennen und so Verschmutzung zu vermeiden1.

Der Wassermangel beeinflusste nicht nur Landwirtschaft und Viehzucht, sondern auch die Kultur und Identität der Insel. Auswanderung, Resignation angesichts der Trockenheit und die Hoffnung auf Regen spiegeln sich in Literatur und Poesie wider. Wie Unamuno während seines Exils auf Fuerteventura schrieb: „Wasser, Wasser, Wasser! Das ist der Kummer, der die Brust dieser armen Leute bedrückt; Wasser, Herr, auch wenn es salzig ist: Wozu das Land, wenn das Wasser fehlt?“1.

Heute hat sich die Situation dank moderner Technik und Wassermanagement verbessert, doch die Erinnerung an den Durst bleibt ein zentrales Element der Geschichte Fuerteventuras. Sie zeugt von der Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft ihrer Bewohner.

Footnotes

  1. III Jornadas de Estudios sobre Fuerteventura y Lanzarote, Band I: Historia y Geografía (1989). 2 3 4 5

Quellen

  • Varios autores (coord. Rosario Cerdeña Ruiz) — III Jornadas de Estudios sobre Fuerteventura y Lanzarote, Tomo I: Historia y Geografía (1989)