Erster einheimischer Heiliger der Kanarischen Inseln, Gründer von Krankenhäusern und Schulen in Guatemala, 2002 kanonisiert.
Pedro de San José de Betancur wurde am 19. März 1626 in Vilaflor, Teneriffa, in einer bescheidenen Hirtenfamilie geboren. Von jung auf spürte er eine missionarische Berufung, und 1650 schiffte er sich nach Amerika ein, um Mexiko zu erreichen. Ohne Mittel, die volle Überfahrt zu bezahlen, wurde er in Havanna zurückgelassen, wo er als Tagelöhner arbeiten musste, bis er genug gespart hatte, um weiterzureisen. Er kam schließlich 1651 erschöpft und mittellos in Guatemala-Stadt an.
In Guatemala trat Pedro dem Franziskanerorden bei und widmete sein Leben den Benachteiligsten: Kranken, Armen, Einwanderern und Hilflosen. Er gründete das Hospital de Belén (1663), das die ärmsten Patienten betreute, eröffnete eine Schule für bedürftige Kinder und eine Unterkunft für Migranten. Er schuf seine eigene Ordensgemeinschaft — die Bethlehemiten — um sein Werk fortzuführen. Seine apostolische Methode verband Gebet, Handarbeit und direkten Dienst an den Ärmsten.
Er starb am 25. April 1667 in Guatemala. Johannes Paul II. seligsprach ihn 1980 während seines Besuchs in Guatemala und kanonisierte ihn am 30. Juli 2002, womit er der erste auf den Kanarischen Inseln geborene Heilige wurde. Er ist Schutzpatron Guatemalas und der Migranten. Seine Figur symbolisiert Solidarität als Tat, Glaube verkörpert im Dienst an den Verwundbarsten.