
Timple-Spieler und musikalischer Erneuerer
José Antonio Ramos war einer der großen Erneuerer der Timple und verband kanarische Tradition mit Jazz, Flamenco und Weltmusik.
Timple-Spieler und musikalischer Erneuerer · 1969–2008

Timple-Spieler und musikalischer Erneuerer
José Antonio Ramos war einer der großen Erneuerer der Timple und verband kanarische Tradition mit Jazz, Flamenco und Weltmusik.
José Antonio Ramos, geboren am 10. November 1969 in Las Palmas de Gran Canaria, begann im Alter von neun Jahren bei Totoyo Millares Timple zu lernen, einer der Schlüsselfiguren für die moderne Weitergabe des Instruments. Später studierte er klassische Gitarre am Conservatorio Superior de Música de Las Palmas, doch sein Weg bestand nicht darin, akademische Technik und volkstümliche Wurzeln voneinander zu trennen. Vielmehr machte er beides zur Grundlage eines ehrgeizigeren Blicks auf die Timple. Die kanarische Tradition blieb sein Ausgangspunkt, während Jazz, Improvisation, Flamenco, keltische Musik und andere Weltmusiksprachen die Rolle des Instruments erweiterten. Ramos zeigte, dass die Timple Melodie, Rhythmus, Begleitung und Experiment mit einer eigenen Stimme tragen konnte.
1989 gewann er in Santiago de Compostela den Nationalen Folk-Musikpreis für junge Interpreten, eine Anerkennung, die seinen professionellen Einstieg begünstigte und zur Gründung von Trío Timple führte. Mit dieser Gruppe nahm er Más que un sueño und Tanekra auf und bereiste die Kanarischen Inseln mit einer erneuerten Lesart des timplistischen Repertoires. In dieser Phase leitete er auch Timple. El sonido de Canarias als zentralen Programmpunkt des Día de Canarias, gemeinsam mit Instrumentalisten und Sängern des Archipels. Nach Trío Timple begann er eine Solokarriere, die durch die erste elektroakustische Timple geprägt wurde, die die Instrumentenbauer Jesús Machín und Juan Molina für ihn entwickelten. Diese Suche spiegelt sich in Alben wie Los Cuatro Gigantes, Puntales, Jeito, Para timple y piano, Y..., Los versos de la vida, 15 años de timple, Música Óptica, Las Manos del Maestro und Very JAR wider.
Die Bedeutung von José Antonio Ramos liegt nicht nur in seiner Diskografie, sondern darin, wie er das Feld der Möglichkeiten der Timple erweiterte und sie in musikalische Gespräche brachte, in denen sie zuvor kaum präsent war. Er arbeitete unter anderem mit Carlos Núñez, Kepa Junkera, Pedro Guerra, Rosana, Mestisay, Los Sabandeños, The Chieftains, Béla Fleck, Jorge Pardo, Juan Manuel Cañizares, Taburiente, Javier Ruibal, Pancho Amat, Polo Ortí und Andreas Prittwitz zusammen. Neben Bühne und Studio pflegte er eine kontinuierliche Lehrtätigkeit mit Unterricht, Kursen, Vorträgen und Seminaren auf den Kanaren, auf dem spanischen Festland und im Ausland. Er starb am 4. Juni 2008 im Alter von 38 Jahren in Las Palmas de Gran Canaria und wurde zu einem entscheidenden Bezugspunkt für spätere Generationen von Timple-Spielern.