Die Mumifizierung der Guanchen: Einzigartige Bestattungskunst auf Teneriffa - Archäologie
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Kurz gesagt

Die Mumifizierung der Guanchen auf Teneriffa offenbart eine komplexe Bestattungstradition und eine faszinierende Verbindung zu anderen alten Kulturen. Der Artikel beleuchtet Techniken, soziale Bedeutung und archäologische Funde.

Die Mumifizierung der Guanchen: Einzigartige Bestattungskunst auf Teneriffa

Die Mumifizierung, wie sie von den Guanchen – den Ureinwohnern Teneriffas – praktiziert wurde, zählt zu den bemerkenswertesten Aspekten der kanarischen Urgeschichte. Diese Bestattungstradition, die sowohl von Chronisten als auch von Archäologen dokumentiert wurde, zeigt die soziale und spirituelle Komplexität der Guanchen und weist interessante Parallelen zu anderen antiken Kulturen wie Ägypten auf[1].

Ein spezialisiertes Handwerk

Die Mumifizierung war ein spezialisiertes Handwerk, das bestimmten Personen vorbehalten war: den sogenannten Mirladores oder Einbalsamierern. Es gab eine strikte Geschlechtertrennung: Männer mumifizierten Männer, Frauen mumifizierten Frauen. Die Familie des Verstorbenen versorgte die Einbalsamierer während des Prozesses mit Nahrung, der in speziell dafür vorgesehenen Höhlen stattfand[1].

Der Mumifizierungsprozess

Zunächst wurden die Eingeweide entfernt. Der Körper wurde zweimal täglich mit kaltem Wasser gewaschen, wobei besonders empfindliche Bereiche wie Achseln, Ohren, Leisten, zwischen den Fingern, Nase, Hals und Handgelenke beachtet wurden. Nach jeder Wäsche wurde der Körper mit Salben, vermutlich tierischen oder pflanzlichen Ursprungs, eingerieben, um die Austrocknung und Konservierung zu fördern. Anschließend wurde der Körper sorgfältig eingewickelt und in einer Höhle bestattet, geschützt vor Tieren und dem trockenen Klima ausgesetzt[1].

Soziale und religiöse Bedeutung

Die Mumifizierung war Ausdruck einer ausgeprägten sozialen Hierarchie. Nur bestimmte, vermutlich hochgestellte Personen erhielten diese Behandlung. Die sorgfältige Positionierung des Körpers – ausgestreckte Arme, zusammengelegte Hände, leicht erhobener Kopf – weist auf rituelle Bedeutung und Glauben an ein Leben nach dem Tod hin[1].

Einzigartigkeit und Parallelen

Obwohl die Praxis an die ägyptische Mumifizierung erinnert, könnte sie auf den Kanaren fortbestanden haben, nachdem sie in Ägypten bereits verschwunden war – ein Beispiel für “marginale Überlebensformen” isolierter Kulturen. Die Guanchen passten die Technik an ihre Umgebung an und entwickelten eigene Methoden[1].

Archäologische Funde

Archäologische Entdeckungen von Guanchischen Mumien bestätigen die Existenz dieses komplexen Rituals. Es wurden hervorragend erhaltene Körper gefunden, mit Haut, Haaren und getrocknetem Weichgewebe, ebenso wie Überreste von Kindern und Erwachsenen in Höhlen der Hochlagen. Diese Funde bieten einen einzigartigen Einblick in die Gesellschaft und das Todesverständnis der Guanchen[1].

Ein kulturelles Erbe

Die Mumifizierung der Guanchen ist ein beeindruckendes Zeugnis für den kulturellen Reichtum der Ureinwohner Teneriffas und ihre Fähigkeit, anspruchsvolle Bestattungspraktiken in einem Inselkontext zu entwickeln. Ihre Erforschung bringt uns ihrer spirituellen Welt näher und regt zum Nachdenken über den Umgang des Menschen mit dem Tod an.

Häufig gestellte Fragen

Wer führte bei den Guanchen die Mumifizierung durch?

Die Mumifizierung war ein spezialisiertes Handwerk, das bestimmten Personen vorbehalten war: den sogenannten Mirladores oder Einbalsamierern.

Welche Aufgabe hatte die Familie während der Einbalsamierung?

Die Familie des Verstorbenen versorgte die Einbalsamierer während des Prozesses mit Nahrung, der in speziell dafür vorgesehenen Höhlen stattfand.

Welche Überreste wurden in Grabhöhlen gefunden?

Es wurden hervorragend erhaltene Körper gefunden, mit Haut, Haaren und getrocknetem Weichgewebe, ebenso wie Überreste von Kindern und Erwachsenen in Höhlen der Hochlagen.

Quellen