Einleitung
Das Straßennetz von Lanzarote hat sich im 20. Jahrhundert grundlegend gewandelt: Von einer auf die Landwirtschaft ausgerichteten Struktur hin zu einem System, das vom Tourismus dominiert wird. Diese Entwicklung hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die räumliche Organisation und die Wirtschaft der Insel [1].
Natürliche Faktoren und erste Infrastrukturen
Die relativ flache Topografie Lanzarotes mit einer maximalen Höhe von 670 Metern (Peñas del Chache) bietet nur wenige natürliche Hindernisse für den Straßenbau, abgesehen von einigen vulkanischen Gebieten und dem Jable, dessen Mobilität und geringe Festigkeit den Bau erschweren [1]. Das Klima mit geringer Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankung stellt ebenfalls kein wesentliches Problem für die Straßeninfrastruktur dar [1].
Von der Agrar- zur Tourismuswirtschaft
Bis in die 1970er Jahre diente das Straßennetz hauptsächlich dazu, die Siedlungen und landwirtschaftlichen Zentren mit den Anlegestellen und dem Hafen von Arrecife zu verbinden, um den Export landwirtschaftlicher Produkte zu ermöglichen [1]. Die Netzstruktur war stachelförmig, mit Teguise und Tías als Hauptknotenpunkten; die traditionellen Wege waren kurz und für die damalige Zeit teuer [1].
Mit dem massiven Zustrom von Touristen ab den 1970er Jahren wurde das Straßennetz fast ausschließlich darauf ausgerichtet, touristische Zentren mit dem Flughafen und der Hauptstadt zu verbinden, wobei Küstenstraßen Vorrang vor inneren Verbindungen erhielten [1].
Merkmale des heutigen Netzes
Heute sind die meistbefahrenen Straßen diejenigen, die den Flughafen mit den wichtigsten Touristenzielen wie Puerto del Carmen und Playa Blanca verbinden, insbesondere die GC-720 [1]. Die von der Autonomen Gemeinschaft verwalteten Straßen machen zwar nur einen kleinen Teil aus, tragen aber den Großteil des Verkehrs und sind besser erhalten, während die meisten lokalen Straßen unter der Verwaltung des Cabildo schmaler sind und 20 % in schlechtem Zustand sind [1].
Das Netz hat weiterhin eine radiale Struktur mit Arrecife als Hauptknoten, aber der touristische Druck hat zu einer Überentwicklung der Infrastruktur im Süden geführt, was zu einer Polarisierung der wirtschaftlichen Aktivitäten und zu ökologischen Belastungen in den am dichtesten besiedelten Gebieten geführt hat [1].
Konnektivität und zukünftige Herausforderungen
Nach dem Taaffe-Modell hat sich das Straßennetz von Lanzarote von einer stachelförmigen zu einer intermediären Struktur entwickelt, weist aber weiterhin niedrige Konnektivitätswerte auf (0,48 in der jüngeren Phase), was die territoriale Integration einschränkt [1]. Das starke Wachstum des Fahrzeugbestands hat Teile des Netzes veraltet erscheinen lassen, was einen umfassenden Ausbau und eine Modernisierung der Infrastruktur erforderlich macht [1].
