Catalina Jiménez: Sklaverei und weibliche Widerstandskraft im Teror des 17. Jahrhunderts
Die Geschichte von Teror ist untrennbar mit dem Erbe der Sklaverei verbunden – ein System, das das Leben vieler Frauen wie Catalina Jiménez prägte. Ihr Schicksal, dokumentiert in den historischen Aufzeichnungen der Gemeinde, gibt Einblick in das Leiden und die Widerstandskraft versklavter Frauen auf den Kanarischen Inseln im 17. Jahrhundert[1].
Sklaverei in Teror
Vom späten 15. bis in die ersten Jahre des 19. Jahrhunderts lebten in Teror zahlreiche Sklaven, meist gewaltsam aus Afrika verschleppt. Für Frauen wie Catalina war das Leben besonders hart: Neben Feld- und Hausarbeit waren sie sexuellen Übergriffen durch ihre Besitzer und Nachbarn ausgesetzt. 60 % der in Teror geborenen Kinder von Sklavinnen hatten “unbekannte” Väter – ein deutliches Zeichen für die systematische Ausbeutung[1].
Das Leben der Catalina Jiménez
Catalina Jiménez, vermutlich zwischen 1673 und 1678 in Las Palmas geboren, war eine “Mulattin”, Tochter eines weißen Mannes und einer schwarzen Frau. Ihre ersten Besitzer, Angehörige einflussreicher Familien, verkauften sie 1696 an Martín Padilla de Figueredo, den Hauptsakristan der Pfarrkirche von Teror. Im selben Jahr brachte sie ihren ersten Sohn Pedro zur Welt, gefolgt von Magdalena und Josefa. Leider überlebte nur Josefa das Kindesalter; die Vaterschaft ist unbekannt, doch vieles deutet darauf hin, dass Padilla selbst der Vater war[1].
Die Beziehung zwischen Catalina und ihrem Herrn war im Ort bekannt. 1697 ordnete Bischof Bernardo de Vicuña an, Catalina aus Padillas Haus zu entfernen, andernfalls drohte Exkommunikation und eine Geldstrafe. Die Anordnung blieb jedoch wirkungslos, und Catalina blieb bis zu ihrem Tod 1703 unter Padillas Kontrolle. Sie wurde in der Pfarrkirche von Teror beigesetzt – ein damals üblicher, aber symbolisch ambivalenter Akt[1].
Vermächtnis und Reflexion
Catalina Jiménez steht stellvertretend für viele vergessene Stimmen versklavter Frauen auf den Kanaren. Ihr Leben mahnt uns, über Widerstandskraft angesichts von Ungerechtigkeit nachzudenken und die Erinnerung an jene Frauen wachzuhalten, die im Schatten zur Geschichte Terors beitrugen. Catalina zu gedenken, bedeutet, allen Frauen Anerkennung und Gerechtigkeit zu erweisen, die wie sie in einer feindlichen und ungleichen Welt ums Überleben kämpften.
